Hilferufe aus Tibet: Junger Tibeter stirbt nach Selbstverbrennung

Der neunzehnjährige Gonpo Tsering zündete sich am 10. November 2012 in Tibet an. Tserings Selbstverbrennung ist die siebzigste seit Februar 2009 im Protest gegen die Unterdrückung und Marginalisierung der Tibeter, ihres Glaubens, ihrer Kultur und Sprache, durch das kommunistische Regime Chinas.

Der neunzehnjährige Gonpo Tsering zündete sich am Samstag, den 10. November, vor einem Kloster in Tsoe (chinesisch: Hezuo) in der Kanlho (Gannan) Präfektur im Autonomen Gebiet Tibet an, berichtete Radio Free Asia mit Bezug auf eine anonyme Quelle.

Während er in Flammen stand, rief Gonpo Tsering „Freiheit für die Tibeter!” „Der Dalai Lama soll nach Tibet zurück kommen” und „Freiheit der Sprachen”, laut der Quelle.

Tserings Selbstverbrennung ist die siebzigste seit Februar 2009 im Protest gegen die Unterdrückung und Marginalisierung der Tibeter, ihres Glaubens, ihrer Kultur und Sprache, durch das kommunistische Regime Chinas.

Nach der Selbstverbrennung wurden, laut der Quelle von Radio Free Asia, von chinesischen Sicherheitskräften und Beamten Mönche und ortsansässige Tibeter befragt und verhört.

Wie Radio Free Asia meldet, haben die Behörden der kommunistischen Partei Chinas die Stromversorgung und den Mobilfunk unterbrochen, sodass Details über die Selbstverbrennung erst nach einiger Zeit ins Ausland gebracht werden konnten. Seit dem 8. November tagt die Führungsebene der Kommunistischen Partei Chinas auf ihrem 18. Parteitag in China, auf dem auch der nächste Machtwechsel stattfindet.

Dieser Zeitpunkt wird von dem kommunistischen Regime als „sensitiv“ eingestuft. Im Vorfeld wurden Dissidenten und Intellektuelle aus Peking gebracht, Kurbeln, mit denen man das Fenster in Taxis herunterkurbeln kann, abgenommen, Messer und sogar Pingpongbälle kann man vor und während dieser Zeit nicht in Peking kaufen. In der Region Autonomes Gebiet Tibet wurde ein massives Aufgebot an Sicherheitskräften aufgestellt.

Weitere Proteste von Schülern

Ebenfalls in dieser Woche protestierten ein namentlich noch unbekannter Mann im Autonomen Gebiet Tibet, drei Tibeter im Landkreis Rebgong (chinesisch Tongren) in der Provinz Qinghai mit Selbstverbrennung, darunter eine 23 Jahre alte Mutter, und in der Provinz Sichuan zündeten sich drei jugendliche Mönche in der Stadt Ngaba an. Einer der Teenager starb vor Ort, zwei wurden von chinesischen Beamten an einen unbekannten Ort gebracht.

Kanyag Tsering, ein buddhistischer Mönch, der im Exil in Indien lebt, sagte dazu: „Da ihnen nichts über den Zustand ihrer Jungen und das Krankenhaus, in das man sie brachte, gesagt wurde, macht sich jeder so viele Sorgen um sie.”

Am Freitag hatten mehrere tausend tibetische Schüler auf der Straße im Bezirk Rebgong protestiert. Sie riefen Slogans wie, „Gleichheit für alle Nationalitäten und Freiheit der Sprachen” und verlangten die Rückkehr des religiösen Oberhauptes der buddhistischen Tibeter, des Dalai Lama, der im Exil in Indien lebt.

Am Tag zuvor entfernten circa 700 Schüler die kommunistische rote Flagge von ihrem Schulgebäude und auch von dem Regierungsgebäude der Gemeinde Dowa.

Laut der Menschenrechtsorganisation Internationale Gesellschaft für Menschenrechte leiden die Tibeter seit der Besetzung Tibets durch China unter der repressiven Politik der Zentralregierung in Peking. Diese unterdrücke die tibetische Kultur und Religion mit dem Ziel, die Region und ihre Bevölkerung in den von der Kommunistischen Partei geführten chinesischen Staat zu assimilieren.