ISIS-Bedrohung in China? Al-Qaida fordert den Kalifat in der Uiguren-Region Xinjiang

Ein neues Recruiting-Magazin von al-Qaida ist unlängst in China erschienen. Auf einer Doppelseite des Magazins werden die Untaten aufgelistet, welche das Chinesische Kommunistische Regime den Uiguren, einer muslimischen Minderheit, im …

Ein neues Recruiting-Magazin von al-Qaida ist unlängst in China erschienen. Auf einer Doppelseite des Magazins werden die Untaten aufgelistet, welche das Chinesische Kommunistische Regime den Uiguren, einer muslimischen Minderheit, im Laufe der Jahre angetan hat. In China leben die Uiguren hauptsächlich im äußersten Westen der Volksrepublik Chinas, der Region Xinjiang. Die Uiguren nennen dieses Gebiet auch Ostturkestan. 

Das Magazin "Resurgence" wurde erst vor kurzem von einem Propagandazweig der al-Qaida, der Medienorganisation al-Sahab, ins Leben gerufen. In China ist nun die Erstauflage des Magazins erschienen. 
Die Infografik bietet "10 Fakten" über Xinjiang. Es heißt, dass die Region "für mehr als 1800 Jahre von China unabhängig" gewesen wäre. Erst in den letzten 237 Jahren befindet sich die Region "in verschiedenen Intervallen unter der chinesischen Besatzung." 

Weiters heißt es, dass nachdem die Kommunistische Partei Chinas (KPC) die Region im Jahr 1949 übernommen hatte, mehr als 4,5 Millionen Muslime durch das chinesische Regime getötet worden seien. Das Regime habe 30.700 muslimische religiöse Texte verbrannt, 28.000 Moscheen in Schutt und Asche gelegt, 18.000 islamische Schulen, sogenannte Madrasa, in Lagerhallen verwandelt und mehr als 120.000 muslimische Gelehrte und Imamen exekutiert.
Die Liste der Verbrechen der KPC gegen die Uiguren ist lang. Einschließlich der Kernwaffenversuche in der Nähe von besiedelten Gebieten, der oft gewaltsam unterdrückten Uiguren. 

Das Magazin startete einen Aufruf für Angriffe auf China. Es heißt auch, dass die islamischen Aufstände eine "bittere Niederlage für Amerika, Iran, Russland, China und all jene, die einen versteckten Krieg gegen die Muslime führen" bringen werde.  
Weiters heißt es, dass, wenn das Sykes-Picot-Abkommen abgeschafft wird, die Menschen in Pakistan, Xinjiang und anderen muslimischen Ländern in der Lage sein werden unter dem islamischen Kalifat zu leben. Das Sykes-Picot-Abkommen wurde in 1916 vereinbart und teilte die arabischen Provinzen des Osmanischen Reiches.
Resurgence ist das erste englischsprachige Magazin des al-Qaida-Zweig, berichtet das Asia-Pazifik Magazin The Diplomat. Resurgence scheint auch von dem Einfluss des Magazins "Inspire" zu profitieren. Inspire ist ein ähnliches englischsprachiges Magazin welches von al-Qaida auf der arabischen Halbinsel veröffentlicht wird. Beide Magazine scheinen ein ähnliches Ziel zu verfolgen, nämlich einzelne Terroristen zu rekrutieren, die in Eigenregie Attentate ausführen.

Dieser Artikel mit Schwerpunkt auf China könnte ein Versuch von al-Qaida sein, eine gewisse Autorität in China zurückzugewinnen, da sich in letzter Zeit die Aufmerksamkeit meist auf die radikal-islamische Terrormiliz Islamischer Staat, auch IS/ISIL/ISIS genannt, richtete.
Im Juli 2014 rief Abu Bakr al-Baghdadi, der Anführer von ISIS, dazu auf, in mehreren Ländern, darunter auch China, Rache zu üben. Baghdadi sagte: "Die Rechte von Muslimen werden in China, Indien und Palästina unterdrückt," berichtete das Magazin Foreign Policy.
Chinesische Medien veröffentlichten eine Karte, mit unbestätigter Herkunft, die angeblich die Länder zeigt, die ISIS in den nächsten fünf Jahren erobern möchte. Darunter befindet sich auch Xinjiang. 

Foreign Policy schrieb, dass Drohungen von Terrorgruppen gegen China "eine willkommene Gelegenheit für die chinesischen Behörden darstellen um die Muslime in Xinjiang brutaler zu unterdrücken." Das chinesische Regime könnte diese Drohungen zur Legitimierung seiner Unterdrückung der Muslime in Xinjiang nutzen, so das Magazin. 
"Auf jeden Fall ist Peking in Alarmbereitschaft, wegen der Kritik von ISIS, wie die Kommunistische Partei die muslimischen Uiguren behandelt und dem angeblichen Plan der Gruppe, die Macht in Xinjiang zu ergreifen. Egal wie weit hergeholt die Idee auch zu sein scheint, sie sind alarmiert", so Foreign Policy. "Wie aktiv die Behörden letztendlich mit der ISIS-Bedrohung umgehen werden, bleibt abzuwarten."