Experte Niu:

Chinas Reduktion der Dollar-Reserven geht mit massiver Kapitalflucht einher

von Yiyuan Zhou und Rosemarie Frühauf, Mittwoch, 9. September 2015 14:08
Foto: China Photos/Getty Images

94 Milliarden US-Dollar an Währungsreserven hat China offiziell im Monat August abgebaut. Ein Rekord. Das gab die chinesische Zentralbank am Montag, dem 7. September, bekannt. Der August war der vierte Monat in Folge, in dem Währungsreserven reduziert wurden. Letztes Jahr im Juni hatten die Währungsreserven bei knapp 4 Billionen Dollar ihren Höhepunkt verzeichnet. Seitdem gingen sie in ständiger Talfahrt um 11 Prozent zurück.

Anzeige

Mit dem Devisenabbau geht Kapitalflucht einher: Immer mehr Investoren aus dem Ausland ziehen ihr Kapital aus China zurück, berichtete das Wallstreet Journal, denn die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in China bereite ihnen Sorgen. Doch wie groß ist die Kapitalflucht? Bloomberg berechnete für das zweite Jahresviertel 2015 eine Kapitalflucht von 177 Milliarden US-Dollar. Das waren 70 Milliarden mehr als im Vergleich zum ersten Jahresviertel.

Die überraschende Yuan-Abwertung am 11. August verstärkte die Kapitalflucht weiter. Ein Reuters-Bericht zitierte Analysten, die mit einer weiteren Abwertung des Yuan in den nächsten zwölf Monaten rechnen. Auch die Währungsreserven würden noch weiter schrumpfen. Bis Ende 2015 dürften aus den 11 Prozent (seit dem Höhepunkt von Juni letzten Jahres) noch 14 Prozent werden.

Der chinesische Blickwinkel

Der prominente Finanzkommentator Niu Dao schrieb dazu auf seinem Blog: Die Währungsreserven waren und sind für das KP-Regime die Grundlage zum Gelddrucken. In einer Phase, wo der US-Dollar dabei sei, aufzuwerten, funktioniere dies jedoch nicht mehr, sondern verstärke lediglich die Dollarflucht aus China. Er schätzt, dass die 4 Billionen Dollar-Reserve schnell verbraucht sein und zum Schluss eine Schuldenkrise der großen und mittleren Banken folgen wird.

Enorme Kapitalflucht

In einem Interview mit EPOCH TIMES sagte Niu gestern: Ihn wundere es nicht, dass die Währungsreserve so stark gesunken sei. China habe einen großen Berg Auslands- und Inlandsschulden. Auch die Wirtschaftsprobleme seien schon sehr ernst. Sobald die Währungsreserve verbraucht sei, werde Chinas Regime in der Welt weder Einfluss noch Ansehen besitzen. Die Geschwindigkeit der Kapitalflucht aus China sei erstaunlich extrem und die Senkung der ausländischen Währungsreserve heize dies weiter an. Niu deutete an, dass er einen Blick auf die tatsächlichen Zahlen hatte, diese aber nicht preisgeben kann. Er sagte: „Die Daten sind sehr sensibel. Die offiziellen Zahlen sind nicht zuverlässig.“

Niu widerlegte eine beliebte Ansicht, welche die Westmedien über die gesunkene Währungsreserven verbreiten: Das Volk sei zum Teil daran schuld, weil es vom Staat Euro oder Dollar gekauft und zu Hause als Sicherheit gebunkert habe. Stimmt nicht, so Niu Dao. Die KP-Regierung sei durch den wirtschaftlichen Druck dazu gezwungen worden. Wären andere Lösungen möglich gewesen, hätte das Regime niemals die Reserven hergegeben.

Das Regime blockiert die Wirtschaft

Die Wurzel aller Probleme sei das erstarrte politische System, so Niu. „Mit diesem Staatssystem ist absolut keine Marktwirtschaft möglich. Alles geht nur um Macht. Deshalb sehen wir die Börsen-Katastrophe und die Immobilienblase. Alle Blasen wurden durch übereifriges Gelddrucken erzeugt. Wir erleben gerade das Platzen einer Riesenblase. Es wird die Welt erschüttern und hat das Potential, die Weltwirtschaft neu zu ordnen.“ Niu rechnet damit, dass der Dow Jones unter 16.000 Punkteund der Honkonger Hangseng Indes HSI unter 20.000 Punkte fallen wird. Auch der Goldpreis werde unter 1000 Dollar fallen, schätzt er. 

Kommentieren

Werte Leserinnen und Leser!
Konstruktive Kommentare sind für uns alle ein Gewinn.
Es gab schon viele Zuschriften, von denen wir sehr profitiert haben und dafür möchten wir Ihnen danken. Wir freuen uns, wenn Sie mit uns gemeinsam die Kommentarfunktion schätzen und sich mit allzu rabiaten Äußerungen zurückhalten. Als Medium können wir die Nachrichtenlage nicht ändern. Aber wir können gemeinsam einen kühlen Kopf bewahren.


Anzeige