Xis Antikorruptionskampagne: Chinas Ex-Generalstabschef Fang Fenghui in U-Haft

Von und 10. January 2018 Aktualisiert: 10. Januar 2018 17:54
Laut offizieller Bestätigung chinesischer Staatsmedien hat die Korruptionskampagne von KP-Chef Xi Jinping einen weiteren ranghohen Funktionär des Militärs getroffen.

Nun haben es die chinesischen Staatsmedien offiziell bestätigt: Gegen Fang Fenghui, ehemaliges Mitglied der zentralen Militärkommission und Ex-Chef des Generalstabs, wurden wegen des Verdachts der Korruption eine Untersuchung durch die Militärstaatsanwaltschaft eingeleitet. Das wurde am 9. Januar bekannt.

Gerüchte über das Ende seiner politischen Karriere gab es allerdings schon seit Monaten. Zum einen hat man ihn am 21. August 2017 das letzte mal in der Öffentlichkeit gesehen, zum anderen wurde bereits am 26. August ein anderer zum neuen Generalstabschef ernannt, nämlich Li Zuocheng. Dieser war zuvor Chef der Bodentruppe gewesen.

Im September 2017 berichteten ausländische Medien, dass Fang gemeinsam mit einem anderen wichtigen Militär-Funktionär gefallen sei, mit Zhang Yang. Zum 19. Parteitag der KP im Oktober waren beide schon nicht mehr erschienen, was ein deutliches Zeichen für das Ende ihre politischen Laufbahn war.

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Laut Medienberichten hatte sich Zhang dann am 23. November zu Hause das Leben genommen.

Inzwischen werden Stimmen laut, die behaupten, Zhang und Fang hätten beide an einem geplanten Putsch gegen Staatschef Xi Jinping mitgewirkt.

Xi kam 2012 an die Macht. In den darauffolgenden Jahren führte er viele Reformen im Militär durch. Abteilungen wurden umstrukturiert, Posten neu besetzt. Dadurch sei die Macht der beiden geschwächt worden, berichten Hongkonger Medien.

Ein Militärputsch, noch vor dem 19. Parteitag im Oktober, sollte die Situation ändern. Doch daraus wurde nichts, denn laut den Hongkonger Zeitungsberichten sind die Männer verraten worden. Xi konnte also rechtzeitig intervenieren und hat die beiden festnehmen lassen.

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Fang ist jetzt 66 Jahre alt. Er begann seine militärische Karriere als Soldat in Xinjiang und wurde 2007 zum Militärchef von Peking ernannt. 2012 wurde er Chef des Generalstabs und gleichzeitig Mitglied der Militärkommission.

Die Nachricht über den Fall des einst großen Militärfunktionärs hat in den KP-getreuen Medien zu umfangreichen Kommentaren geführt. Fang wurde kritisiert als einer, der politisch sehr verdorben und im Wirtschaftsbereich sehr gierig gewesen sein soll.

Der Fall hat ähnliche Bedeutung wie der Fall der beiden Ex-Vize-Militärchefs Guo Boxiong und Xu Caihou, die beide noch die Politik von Jiang Zemin durchsetzen wollten. Xi hatte sie im Laufe der Jahre beseitigt. Xu ist mittlerweile gestorben, Guo sitzt im Gefängnis.

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