Zweitgrößte Bitcoin-Börse in China setzt Handel aus

Wegen der Spekulationen über ein mögliches Bitcoin- Handelsverbot in China setzt eine der weltweit größten Börsen für die virtuelle Währung zum Ende September ihren Handel aus. Solche Währungen würden zunehmend als "Werkzeug für kriminelle Aktivitäten" genutzt - darunter Geldwäsche, Drogenhandel und illegale Kapitalbeschaffung, heißt es.

Angesichts von Spekulationen über ein mögliches Bitcoin- Handelsverbot in China setzt eine der weltweit größten Börsen für die virtuelle Währung zum Ende des Monats ihren Handel aus. Am 30. September werde „jeglicher Handel“ gestoppt, teilte die Plattform BTCC mit, die dem Volumen nach zweitgrößter Bitcoin-Handelsplatz Chinas und drittgrößter der Welt ist.

Zuvor seien die jüngsten Ankündigungen der chinesischen Behörden „sorgsam betrachtet“ worden, erklärte BTCC am Donnerstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Am Mittwoch hatte die von der chinesischen Zentralbank eingerichtete National Internet Finance Association (Nifa) verlauten lassen, dass es „keine rechtliche Basis“ für Plattformen gebe, die im Handel „mit verschiedenen Formen von virtuellen Währungen tätig sind“.

Solche Währungen würden zunehmend als „Werkzeug für kriminelle Aktivitäten“ genutzt – darunter Geldwäsche, Drogenhandel und illegale Kapitalbeschaffung, erklärte die Nifa. In der Woche zuvor hatte bereits eine Entscheidung der chinesischen Zentralbank hohe Wellen geschlagen: Sie verbot das sogenannte Initial Coin Offering, mit dem Investoren über Kryptowährungen Kapital aufnehmen können.

Am Donnerstag verloren Bitcoins deutlich an Wert. Dem Bitcoin Price Index zufolge war ein Bitcoin 3640 Dollar (rund 3063 Euro) wert. Am Dienstag hatte die Kryptowährung bei 4359 Dollar notiert. Anfang September hatte der Bitcoin ein Allzeithoch von 4880 Dollar erreicht.

Bitcoins gibt es seit 2009. Dahinter steckt der Gedanke, eine Währung zu schaffen, die unabhängig von Staaten, Zentralbanken und der Geldpolitik ist. Alle jemals getätigten Transaktionen werden in einer dezentralen Datenbank – der sogenannten Blockchain – verzeichnet, die kryptografisch verschlüsselt wird.

Neue „Münzen“ werden durch komplexe Rechenoperationen unter Beteiligung zahlreicher Computer erschaffen. Ihre Zahl ist jedoch von vornherein auf 21 Millionen begrenzt. Mehr als drei Viertel aller „Münzen“ wurden bereits geschaffen.

Kursanstiege hatten zuletzt darauf hingedeutet, dass Bitcoins für Anleger in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit attraktiver werden könnten. Der Chef der US-Investmentbank JP Morgan, Jamie Dimon, bezeichnete Bitcoins hingegen am Dienstag als „Betrug“, die Währung werde „explodieren“. In China dringen die Behörden auf eine strengere Regulierung virtueller Währungen, um Kapitalflucht ins Ausland zu bekämpfen. (afp)