Immer verzweifelter ist das Bemühen Chinas, die Bedenken wegen der wachsenden Probleme zu zerstreuen. Nun hat China zu diesem Zweck einen seiner engsten Verbündeten, den Iran, verraten. Zumindest laut dem britischen Geheimdienst M I6.
Das Regime in Peking hat der internationalen Atomenergie Behörde IAEA, dem Kontrollorgan der Vereinten Nationen über die Verbreitung von Kernwaffen, „eine Fülle von Unterlagen" übergeben, die es zuvor dem Iran zur Herstellung atomarer Sprengköpfe überlassen hatte. Es ist das zweite Mal, dass das Pekinger Regime einen Verbündeten verrät, um daraus Kapital zu schlagen.
Am Vorabend des ersten Golfkrieges im Januar 1991 hatten sich chinesische Diplomaten mit ranghohen Vertretern der ersten Bush-Regierung in Washington getroffen. Ähnlich wie heute stand damals Chinas internationale Position auf dem Spiel. An diesem kalten Januartag vor sechzehn Jahren wurde Washington am Konferenztisch ein sehr einfaches Angebot vorgelegt: Für die Unterstützung des Irak-Krieges, der bis zu diesem Zeitpunkt durch Peking im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verhindert worden war, würden die USA im Gegenzug der „Endlösung" bei Studenten-Demonstrationen auf dem Platz des Himmlischen Friedens nicht mehr öffentlich widersprechen. Peking hatte entschieden, die Studenten am Tag nach dem Ablauf des Irak-Ultimatums vor Gericht zu stellen. Sollten die USA dies billigen, würde China Präsident Bush beim Krieg helfen.
Vergangene Woche spielte Peking diesen sogenannten „Tiananmen-Trumpf" nochmal aus, mit demselben zynischen Effekt. China übermittelte der IAEA alle Baupläne für Urananreicherungs-Zentrifugen, die es dem Iran in den letzten Jahren heimlich hatte zukommen lassen.
Während sich die IAEA weigerte, die Übermittlung des Stapels an Unterlagen durch China zu kommentieren, beschrieb eine Quelle des Britischen Geheimdienstes diese Information als „bestes internes Beweisstück, das der Westen von Teherans Regime besitzt".
General Michael Hayden, der Chef des CIA, sagte vergangene Woche: „Ich bin beruhigt, dass der Iran das Material, mit dem er sein Nuklearprogramm im großen Umfang aufstocken wollte, von den Chinesen bekommen hat. Jetzt wissen wir genau, womit wir es zu tun haben."
John Bolten, ehemaliger amerikanischer UN-Botschafter und Langzeit-Gegner der Allianz Chinas mit dem Iran, glaubt, Pekings Entscheidung, der IAEA die Unterlagen über den vollen Umfang ihrer Unterstützung der Ayatollahs zu liefern, „sollte auch als Anstrengung Pekings betrachtet werden, sich im Zuge der Olympischen Spiele beliebt zu machen und sich, nach Tibet, ins beste Licht zu rücken."
Währenddessen bricht für Peking eine neue Krise aus: Muslimische Separatisten, die für Chinas westliche Region die Unhabhängigkeit fordern, haben einen breiten Protest gestartet. Die acht Millionen uighurischen Moslems unter den 19 Millionen Einwohnern der Provinz Xinjiang, haben begonnen, gegen das gewalttätige Durchgreifen des chinesischen Regimes in Tibet zu protestieren. Der US-finanzierte Sender Radio Free Asia, sprach von „mindestens hundert Festnahmen" wegen der Zugehörigkeit zu den „drei bösen Kräften" - ein Ausdruck Pekings, der sich auf Separatismus, religiösen Extremismus und Terrorismus bezieht.
© G-2 Bulletin, Washington D.C./USA and Gordon Thomas
Gordon Thomas ist ein international anerkannter Geheimdienstspezialist und Autor des Buches "Secrets & Lies: A History of CIA Mind Control and Germ Warfare" (Octavo Editions, USA). Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge im Internet im G2 Bulletin.
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