Aktuelle Nachrichten – Forschung
15.08.2012
Foto: Andrew Wong / Getty Images
Ähnlich wie bei Einsteins Relativitätstheorie, die besagt, dass die Raum-Zeit unter Anwesenheit von Materie verzerrt wird, verzerrt sich auch die Wahrnehmung von schmerzende Körperstellen. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler der University of South-Australia im Rahmen einer Studie, bei der Patienten mit chronischen Rücken-Schmerzen untersucht wurden.
Zuerst regten sie durch Vibrationen schmerzende und nicht schmerzende Regionen des Rückens an und bemerkten, dass das Gehirn die von den schmerzenden Regionen kommenden Informationen langsamer verarbeitet. Das gleiche Ergebnis erhielten sie erstaunlicher Weise auch für Körperteile die in die Nähe der schmerzenden Stelle gebracht wurden.
„Bemerkenswert ist vor allem, dass der Raum um den Körper ebenfalls betroffen ist“, sagte der Hauptautor der Studie Lorimer Moseley in einer Pressenachricht. Das Gehirn registrierte zum Beispiel die Hände kaum, wenn sie in die Nähe der schmerzenden Stelle kamen.
Bereits in der Vergangenheit zeigten Studien, dass das Gehirn bei chronischen Schmerzen die von den betroffenen Körperteilen kommenden Informationen anders verarbeitet.
„Die scheinbare Ähnlichkeit zwischen unseren Entdeckungen und Einsteins Aussage aus der Allgemeinen Relativitätstheorie ist definitiv faszinierend“, so Moseley. „Offensichtlich wird hier aber nicht die Raum-Zeit verzerrt, sondern die Fähigkeit des Gehirns, dieses Raumgebiet innerhalb seines neuralen Netzwerks zu repräsentieren, wird verändert. (dk)
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