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Witz komm raus Comedypreis 2012: Dauerabo für Cindy aus Marzahn

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26.10.2012

Cindy aus Marzahn Foto: dapd/Ronald Wittek
Cindy aus Marzahn

Foto: dapd/Ronald Wittek

Köln – Cindy aus Marzahn hat so etwas wie ein Dauerabo auf den Deutschen Comedypreis: Zum vierten Mal in Folge darf sie sich beste Komikerin nennen. Erneut werden auch Oliver Welke, Bülent Ceylan und Martina Hill in einer von 15 Kategorien prämiert. Beim Deutschen Comedypreis machen wie gewohnt altbekannte Humorgrößen das Rennen. Neue Gesichter bilden bei der TV-Gala, die am Freitagabend auf RTL ausgestrahlt werden sollte, nur die Ausnahme.

Die Nominierungen sind so gewählt, dass viele Kandidaten gleich mehrmals in den Genuss kommen können. Klappt es in der einen Kategorie nicht, dann vielleicht in der nächsten. Das scheint die Humor-Elite zu ermüden. Darauf deutet zumindest das Gesicht von Elton hin. "Es ist großartig", sagt er mit der Trophäe für das beste Comedyevent in der Hand. Und schiebt schnell nach: "Ich freue mich, echt." Sein Ausdruck versprüht exakt das Gegenteil. Denn er hat auch schon einen Comedypreis im Regal.

Unter den bekannten Gesichtern gilt Bjarne Mädel noch als Frischling. Er gewinnt erstmals als bester Schauspieler und setzt sich gleichzeitig mit der NDR-Sendung "Der Tatortreiniger" als beste Comedyserie durch. Mädel, auch bekannt als gemobbter Ernie in "Stromberg", spielt in der NDR-Reihe den Gebäudereiniger Schotty, der am Tatort die Spuren wegwischt und sich mit Angehörigen und Hinterbliebenen in skurrile Situationen verstrickt.

So witzig viele der prämierten Akteure, Shows und Filme auch sind, die glamouröse TV-Gala driftet zu oft ab in langweilige Brüller, Beleidigungen und sexistisches Vokabular. Beliebte Opfer sind Ex-Bundespräsident Christian Wulff und seine Frau. Moderator Dieter Nuhr gibt vor: "Bettina Wulff hat ein Buch geschrieben. Wir wollten sie einladen. Aber sie hat gesagt, sie habe es ernst gemeint." Das geht noch. Dann werden die bekannten Gerüchte noch mal aufgewärmt, ehe Nuhr das Kapitel abschließt: "Das ist Demokratie, wenn auch ein Looser Präsident werden kann." Manche halten sich jetzt die Hand vor den Mund.

Nicht druckreif

Und dann kommt noch Prollcomedian Tom Gerhardt auf die Bühne. Der "Ballermann 6"-Mime fabriziert im tief ausgeschnittenen Weihnachtskostüm kombiniert mit Goldkettchen reihenweise Fäkalhumor. "Ich mache jetzt auf Harmonie", sagt er noch und lässt nur wenige Sätze später Worte fallen, die weder druck- noch sendefähig sind. Sein Bericht über ein "Weihnachts-Gangbang" mit "Popoleuchten" ist da noch harmlos.

Die Sendung plätschert Richtung Ende, da keimt plötzlich Hoffnung auf: Ausgerechnet Atze Schröder, bekannt für derben Machohumor, findet rührende Worte für seine Kollegin Gaby Köster. Die 50-Jährige ist noch immer von einem Schlaganfall gezeichnet und erhält den Ehrenpreis. "Gaby Köster hat sich nicht unterkriegen lassen", sagt Schröder. Sie habe viel Pein und Qual erlebt. Die Zuschauer erheben sich, applaudieren.

Die Rheinländerin - mit blauem Kostüm und Rastazöpfen - hält sich am Rednerpult fest und sagt: "Ich bin durch einen langen Tunnel gegangen und zeitweise gerollt." Aber wichtige Freunde hätten sie nicht im Stich gelassen. Sie ruft: "Ich komme wieder. Ich gehe nämlich nächstes Jahr auf Lesereise." Die Trophäe sei nicht geeignet für Schlaganfallpatienten, da zu schwer. Nach einem langen Abend sei jetzt "endlich mal ein Bierchen fällig". Das Publikum lacht.

dapd

 

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