Trends – Computer schlägt Gartenarbeit und Sport – Fabian Wahl
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Freizeittrend Computer schlägt Gartenarbeit und Sport

Fabian Wahl

29.08.2011

Internet und Computer sind bei der Freizeitgestaltung auf dem Vormarsch. Foto: Koji Sasahara/AP Photo
Internet und Computer sind bei der Freizeitgestaltung auf dem Vormarsch.

Foto: Koji Sasahara/AP Photo

Berlin – Die Bundesbürger lassen es in ihrer Freizeit zunehmend ruhiger angehen. Traditionelle Freizeitaktivitäten wie Gartenarbeit oder Radfahren werden immer unbeliebter. Dafür gewinnen das Internet, Faulenzen und Ausschlafen an Bedeutung. "Die meisten Freizeitaktivitäten sind Passivitäten", sagte der Wissenschaftliche Leiter des Instituts für Zukunftsfragen, Ulrich Reinhardt, bei der Präsentation des "Freizeit Monitors 2011" am Montag in Berlin. Beliebteste Freizeitbeschäftigung bleibt Fernsehen.

Der repräsentativen Umfrage zufolge legten 2010 zwölf Prozent weniger Frauen und Männer regelmäßig Hand im Garten an als drei Jahre zuvor. Demnach verbringt nur noch jeder Vierte seine Freizeit mindestens einmal pro Woche aktiv im Garten. Ebenfalls rückläufig: Radfahren, Briefe schreiben und Spazierengehen.

Internet nicht bei allen beliebt

Stattdessen sind Internet und Computer auf dem Vormarsch. Mehr als die Hälfte der Befragten setzt sich einmal pro Woche vor den Computer (plus 13 Prozent) oder schreibt E-Mails (plus 16 Prozent). Fast jeder Zweite surft in der Freizeit regelmäßig im Internet. Studienleiter Reinhardt verwies auf Unterschiede im Alter. "Mit dem Berufseinstieg geht der Internetkonsum deutlich hinunter." Das Internet bleibe derzeit noch der Jugend vorbehalten.

Immer häufiger wollen die Bundesbürger in ihrer Freizeit abschalten und am liebsten nichts tun. Die Mehrheit der Bevölkerung wolle sich nach der Arbeit passiv berieseln lassen, sagte Reinhardt. Durch die Hektik und den gestiegenen Stress im Alltagsleben werde die "regelmäßige Muße" zum Muss. Passenderweise führt Fernsehen die Beliebtheitsskala quer durch die Gesellschaft unangefochten an, mittlerweile seit 25 Jahren. Weitere Freizeitbeschäftigungen sind Telefonieren, Radio hören, Zeitung lesen und Familienausflüge.

Unterschiede zeigen sich mit Blick auf das Einkommen. "Besserverdienende sind aktiver in der Freizeit als Schlechterverdienende", sagte Reinhardt. Geringverdiener würden Ausschlafen oder Faulenzen bevorzugen.

Auch Geschlechterklischees werden im "Freizeit Monitor" bedient: Frauen gehen fast doppelt so häufig in den Gottesdienst, lesen Bücher oder schreiben Briefe. Männer zieht es dagegen häufiger in die Kneipe, zum Stammtisch oder an die heimische Werkbank.

Klagen über Freizeitmangel

Derzeit stehen den Bundesbürgern im Schnitt vier Stunden pro Tag für ihre Freizeitgestaltung zur Verfügung. Jeder Dritte empfindet dies als zu wenig. Zwischen Wunsch und Wirklichkeit herrsche eben eine große Kluft, sagte Reinhardt. Dabei habe sich die durchschnittliche Arbeitszeit seit den 50er-Jahren von 48 auf 38,4 Wochenstunden verringert.

"Der Verwandtenbesuch ist nicht mehr unbedingt Freizeit", sagte Reinhardt. Ebenfalls nicht als Freizeit empfänden viele Männer Shoppingtouren mit ihren Frauen. Nach der Definition des Instituts können die Bürger in der Freizeit tun und lassen, was sie wollen. Für den "Freizeit Monitor" wurden bundesweit 6.000 Menschen befragt.

(dapd)

 

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