Aktuelle Nachrichten – Unternehmen
28.02.2011
Foto: Joerg Sarbach/dapd Photo
Hannover – Die Computerindustrie wird wieder zum Jobmotor in Deutschland: Innerhalb von zwei Jahren schafft die Branche 18.000 neue Arbeitsplätze, wie der Präsident des Branchenverbandes Bitkom, August-Wilhelm Scheer, am Montag vor Beginn der Cebit in Hannover sagte. Die Firmen könnten noch viel mehr Leute einstellen – wenn sie nur genug geeignetes Fachpersonal fänden, erklärte Scheer.
Im laufenden Jahr heuert die IT-Branche laut Scheer 10.000 Leute an, 2010 waren es 8.000. Die Branche beschäftigt jetzt 853.000 Personen, "damit ist die IT- und Kommunikationsbranche nach dem Maschinenbau der zweitgrößte Arbeitgeber in Deutschland", sagte Scheer. Es könnten noch mehr sein: Im Januar konnten 16.500 Stellen nicht besetzt werden, wie der Verband Deutscher Ingenieure (VDI) mitteilte.
Der Personalmangel kommt die Firmen der Branche teuer: Rund 2,5 Milliarden Euro Umsatz entgehen ihnen wegen zu wenig Fachkräften. Scheer forderte erneut mehr Technikunterricht in den Schulen und eine besondere Frauenförderung in der IT-Branche. "Zum dritten brauchen wir eine erleichterte Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften aus dem Ausland", forderte der Verbandschef.
Scheer kündigte ein Wachstum der deutschen IT-Industrie und der Telekommunikation von 2 Prozent auf 145,5 Milliarden Euro im Jahr 2011 an. Allerdings wächst die Branche nicht einheitlich: Die Informationstechnik, also Computer, Netzwerke, Software und mehr legt um 4,3 Prozent zu. Hier treiben Entwicklungen wie der Wechsel vieler Firmen zum Cloud Computing und die neuen Tablet-PCs die Umsätze. Scheer rechnet allein mit 1,5 Millionen verkaufter Tablet-PCs in Deutschland dieses Jahr. Auf der Messe sind 35 Modelle zu sehen.
Dagegen kommt die Telekommunikation mit plus 0,3 Prozent beim Umsatz kaum voran, weil die Umsätze mit Festnetzanschlüssen seit Jahren fallen. Dagegen wächst die Datenübertragung, vor allem in den Mobilfunknetzen.
(dapd)
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