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Wahrhaft, furchtlos, aufrecht Dalai Lama erhält den Deutschen Medienpreis

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10.02.2009

Der Dalai Lama erhielt in Baden-Baden den Deutschen Medienpreis vom hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch, rechts, und dem Preisstifter Karl-Heinz Kögel. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter wurde ausgezeichnet für seinen beispiellosen Einsatz für Versöhnung. (AP Photo/Winfried Rothermel)
Der Dalai Lama erhielt in Baden-Baden den Deutschen Medienpreis vom hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch, rechts, und dem Preisstifter Karl-Heinz Kögel. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter wurde ausgezeichnet für seinen beispiellosen Einsatz für Versöhnung. (AP Photo/Winfried Rothermel)
Der Dalai Lama heute in Venedig, nachdem er die Ehrenbürgerwürde erhalten hat; am Montag hatte er die Ehrenbürgerwürde von Rom erhalten. (AP Photo/Luigi Costantini)
Der Dalai Lama heute in Venedig, nachdem er die Ehrenbürgerwürde erhalten hat; am Montag hatte er die Ehrenbürgerwürde von Rom erhalten. (AP Photo/Luigi Costantini)

Baden-Baden – Der Dalai Lama hat die wichtige Rolle der Medien im Kampf für die Rechte der Tibeter hervorgehoben. Die Pressefreiheit sei ein wichtiges Gut, „ich weiß, die Bedeutung der Medien zu würdigen“, sagte der 73-jährige Friedensnobelpreisträger am Dienstag in Baden-Baden, wo er mit dem Deutschen Medienpreis 2008 ausgezeichnet wurde. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter erhielt den undotierten Preis zum Gedenken an den 50. Jahrestag der Vertreibung aus Tibet.

„Man muss wahrhaft, furchtlos, aufrecht und ehrlich sein“, sagte der 73-Jährige, der seine Kritik an China bekräftigte. Die chinesischen Kommunisten betrachteten den Glauben und das kulturelle Erbe seines Volkes als Gefahr. Es bestehe die Gefahr, dass die Kultur und der spirituelle Reichtum zerstört würden. Die tibetische Nation sehe ein Todesurteil über sich verhängt. „Wir leben unter militärischer Besatzung.“ Gleichzeitig sagte der Dalai Lama aber: „Wir wollen uns nicht abtrennen von China.“

Laudator Roland Koch

Die chinesische Regierung wirft dem 73-Jährigen vor, die Abspaltung von der Volksrepublik China anzustreben. Gespräche über eine weitgehendere kulturelle Autonomie Tibets waren in der Vergangenheit ohne Erfolg geblieben.

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) sagte in seiner Laudatio auf den Friedensnobelpreisträger, dieser sei eine Person der Welt- und Zeitgeschichte. Er habe es geschafft, die Menschen neugierig zu machen auf das Schicksal seines Volkes. Er setze sich gewaltlos für das Selbstbestimmungsrecht der Tibeter ein. Der CDU-Politiker forderte China auf, den Tibetern politische Grundrechte zu gewähren: „Die einfachste Lösung heißt Autonomie innerhalb des Staatsgebiets.“ Koch verbindet mit dem Dalai Lama eine langjährige Freundschaft.

Der Dalai Lama lebt seit 1959 im nordindischen Exil in Dharamsala. Die Jury begründete die Preisverleihung an ihn unter anderem damit, dass er eine herausragende Persönlichkeit der Zeitgeschichte sei. Seine eindringliche Botschaft, aber auch seine entwaffnende Fröhlichkeit seien zu einer Kraft des Guten jenseits kultureller oder religiöser Differenzen in der Weltpolitik geworden: „Selbstlosigkeit, Werteorientierung und Solidarität bilden danach die Grundpfeiler einer globalen Ethik des Zusammenlebens im Einklang mit sich selbst, mit anderen und der schutzbedürftigen Umwelt“, hieß es in der Begründung. Die Jury besteht aus Chefredakteuren der reichweitenstärksten Medien.

Preis wird seit 1992 verliehen

Unter den Gästen der Veranstaltung waren Persönlichkeiten aus Politik, Gesellschaft und der Film- und Medienbranche. An der Veranstaltung nahmen unter anderen Moderator Frank Elstner, Handball-Bundestrainer Heiner Brand, Moderatorin Sabine Christiansen, der Unternehmer Heiner Kamps und Klaus Meine von den Scorpions teil.

Das von Preisstifter Karlheinz Kögel gegründete Unternehmen Media Control ehrt seit 1992 jährlich herausragende Persönlichkeiten. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderen Helmut Kohl, Francois Mitterrand, Jassir Arafat, Yitzhak Rabin, Gerhard Schröder, Rudolph Giuliano, Königin Silvia von Schweden sowie Andre Agassi und Steffi Graf.

http://www.mediacontrol.de (AP)

 

 

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