Aktuelle Nachrichten – Welt
18.02.2010
Foto: AP Photo/Gerald Herbert
Washington (apn) US-Präsident Barack Obama hat trotz ernster Warnungen Chinas das geistliche Oberhaupt der Tibeter, den Dalai Lama, im Weißen Haus empfangen. Der Friedensnobelpreisträger sagte nach der einstündigen Begegnung, er sei „sehr glücklich“. In dem Meinungsaustausch am Donnerstag sei es um die Förderung der Menschenrechte, religiöse Harmonie und Belange des tibetischen Volkes gegangen. Obama sei sehr unterstützend gewesen.
Das Treffen im Weißen Haus wurde protokollarisch auf einer symbolischen Ebene gehalten, um weiterer chinesischer Verärgerung vorzubeugen. Peking betrachtet den Dalai Lama als einen Separatisten, weil er für die Unabhängigkeit Tibets eintrete. Der Dalai Lama weist diese Darstellung zurück.
Obama empfing das geistliche Oberhaupt der Tibeter im sogenannten Kartenraum, in den gewöhnlich private Gäste des US-Präsidenten gebeten werden. Staatsempfänge finden dagegen im Oval Office statt.
Andererseits wollte sich Obama aber auch nicht noch einmal dem Vorwurf aussetzen, vor der Kritik aus Peking einzuknicken. Genau dies wurde ihm im vergangenen Oktober zur Last gelegt, denn damals wurde der in Washington weilende Dalai Lama nicht empfangen. Die Tibeter zeigten sich auch mit einem privaten Treffen zufrieden. Schon dies gebe ihnen das Gefühl, nicht gänzlich von der Welt vergessen zu werden, sagte Lodi Gyari, ein Gesandter des Dalai Lamas.
Auch die Treffen des buddhistischen Geistlichen mit früheren US-Präsidenten fanden in der Regel ohne Pressebegleitung statt. Obamas Vorgänger George W. Bush zeigte sich allerdings 2007 mit dem Dalai Lama bei einem öffentlichen Termin, als dem Tibeter eine hohe Auszeichnung des US-Kongresses verliehen wurde. Dies löste scharfe Proteste in China aus. (AP)
NTDTV-Video (engl.): Tibetan Prime Minister Calls Obama's Meeting with Dalai Lama "Encouraging"
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