Umwelt – Das Dioxin sitzt im Gelben vom Ei – DAPD
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Fragen & Antworten zum Dioxin Das Dioxin sitzt im Gelben vom Ei

DAPD

04.01.2011

Das Umweltgift ist als fettliebender Stoff im Eigelb gebunden. Trotzdem sollte man nicht nur das Eiweiß essen, sondern lieber auf Eier verzichten, bis der Dioxin-Skandal aufgeklärt ist. Foto: Norbert Millauer/ddp/dapd
Das Umweltgift ist als fettliebender Stoff im Eigelb gebunden. Trotzdem sollte man nicht nur das Eiweiß essen, sondern lieber auf Eier verzichten, bis der Dioxin-Skandal aufgeklärt ist.

Foto: Norbert Millauer/ddp/dapd

Berlin – Der Mensch nimmt täglich Umweltgifte aus der Gruppe der Dioxine mit dem Essen auf. 90 bis 95 Prozent gelangen mit der Nahrung in den Körper. Dioxine und verwandte Stoffe sind unterschiedlich giftig: Das giftigste wurde 1976 bei einem Chemieunfall in Seveso – 20 Kilometer nördlich von Mailand – freigesetzt. Mit ihm wird die Giftigkeit der anderen verglichen. Allen Dioxinen ist gemein, dass sie sich im menschlichen Körper in den Fettzellen anreichern, fast nicht abgebaut werden und Krebs auslösen oder fördern können.

Fragen und Antworten zum jüngsten Dioxin-Skandal:

Können die Verbraucher überhaupt noch Eier essen?

Das im Viehfutter gefundene Dioxin ist zwar nicht akut giftig, aber auch nicht ganz unbedenklich. Das Umweltgift ist als fettliebender Stoff im Eigelb gebunden. Trotzdem sollte man nicht nur das Eiweiß essen, sondern lieber auf Eier verzichten, bis der Dioxin-Skandal aufgeklärt ist, riet der Allgemeinmediziner Mohsen Radjai am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin".

Wie kam das Dioxin in die Eier sowie in Puten- und Schweinefleisch?

Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung hat ein Mischfutterhersteller in Schleswig-Holstein eine Verunreinigung von pflanzlichem Futterfett mit Dioxinen festgestellt und gemeldet. Technische Fettsäuren, die eigentlich für Schmierfette gedacht waren, sind in pflanzliche Futterfette eingemischt worden. Verschiedene Geflügel- und Schweinemastbetriebe sowie Legehennen-Betriebe haben Futtermittel mit diesen verunreinigten Fetten bezogen und auch verfüttert.

Wer hat das Umweltgift nachgewiesen?

Die Überwachungsbehörden der Bundesländer haben aus betroffenen Betrieben Proben von Fleisch und Eiern auf ihren Dioxingehalt untersucht. Die derzeit ermittelten Dioxingehalte liegen bei einigen Proben über dem in der Europäischen Union festgelegten Höchstgehalt. "Sie stellen jedoch keine akute Gesundheitsgefahr für Verbraucher dar", betont das Bundesinstitut für Risikobewertung. Aus Gründen des vorsorgenden Verbraucherschutzes sollte allerdings die Belastung mit Dioxinen so weit wie möglich minimiert werden.

Der EU-Höchstgehalt – wie hoch ist der eigentlich?

Die Frage ist nicht leicht zu beantworten. Denn für jedes Dioxin wird die Giftigkeit mit dem hochtoxischen Seveso-Dioxin verglichen und als sogenanntes Toxizitäts-Äquivalent (TEQ) angegeben. Seit Januar 2005 gilt beispielsweise für Eier EU-weit ein Dioxin-Grenzwert von 3 Pikogramm oder Billionstel Gramm pro Gramm Fett. Bei Fischen liegt der Wert bei 4 Pikogramm pro Gramm Frischgewicht. Dieser Grenzwert wird besonders häufig bei Fischen aus dem Ostseegebiet überschritten.

Wo kommen die Dioxine überhaupt her?

Dioxine wurden laut Umweltbundesamt nie im technischen Maßstab produziert. Sie entstehen unerwünscht bei allen Verbrennungsprozessen in Anwesenheit von Chlor und organischen Kohlenstoff unter bestimmten Bedingungen. Dioxin entsteht bei 300 Grad Celsius und mehr und wird bei 900 Grad Celsius und höher zerstört. Dioxine können auch bei Waldbränden und Vulkanausbrüchen entstehen. Man fand sie auch in etwa 200 Millionen Jahre alten Kaolinitböden. Kaolinit ist ein Tonmineral.

Wieviel Dioxin nimmt ein Mensch in Deutschland auf, wenn es gerade keinen Dioxinskandal gibt?

Ein Erwachsener nimmt durchschnittlich etwa 0,7 Pikogramm auf, wenn man die Äquivalent-Berechnung der WHO zugrunde legt. Nach einer Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation soll ein Mensch pro Tag nicht mehr als ein bis vier Pikogramm Dioxine je Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen. Ein Pikogramm ist ein Billionstel Gramm. Für einen 70 Kilogramm schweren Menschen bedeutet dies eine maximale tägliche Aufnahme von 280 Pikogramm.

(dapd)

 

 

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