Luzern – Die Stadt Luzern hat am Wochenende das erfolgreichste eidgenössische Jodlerfest aller Zeiten erlebt. 360.000 Besucherinnen und Besucher nahmen während drei Tagen an dem Grossanlass rund um das Seebecken teil. Bundesrat Hans-Rudolf Merz rief am Sonntag dazu auf, auch in der Politik wieder den „guten Ton“ zu pflegen.
In seiner Rede am offiziellen Festakt lobte Merz das Urtümliche und die Fröhlichkeit, die hinter jedem Jodellied stecke. Es gebe aber auch den trotzigen Jodler wie etwa den Appenzeller Bauern, der gelegentlich mit einem Juchzer antworte, wenn ihm etwa Ungnädiges zustosse, sagte der Finanzminister mit Blick auf seine eigene Heimat. An die Vertreter der Politik appellierte Merz, den Jodlern nachzueifern und „auch bei schwierigen Liedern die Harmonie nicht zu verlieren“ – was im Klartext heisse: In der schweizerischen Politik wieder stärker den „guten Ton“ zu pflegen und daran zu denken, dass „unser Land stets dann am Besten gefahren ist, wenn Mehrstimmiges in Text und Refrain zusammen geklungen haben“. Und mit Blick auf die Fahnenschwinger sagte er: „Politiker sollten mutig und mit starker Hand Flagge zeigen, wenn es gilt, die Interessen unseres Landes zu vertreten“.
Den Organisatoren des dreitägigen „Eidgenössischen“ hatte vor allem auch das schöne Sommerwetter in die Hände gespielt. 360.000 Aktive und Gäste feierten im „Jodlerstädtli“ und in den Dutzenden von Freiluft-Restaurants mit Blick auf den Vierwaldstättersee ihr Kulturgut und ihre Traditionen. Höhepunkt am Sonntag bildete ein Festumzug mit mehr als 50 Sujets aus allen Landesteilen. Bereits am Samstag waren alle 45.000 Festabzeichen restlos ausverkauft, und sie mussten kurzfristig durch Eintrittsbändel ersetzt werden, wie die Organisatoren mitteilten. Die SBB bauten ihr Transportangebot für die Festbesucher kurzfristig aus, und auch der Nachschub mit Essen und Getränken musste verstärkt werden.
Ein besondere Attraktion des Anlasses bildete das Nachtspektakel am Freitag und Samstag unter dem Motto „Das Seebecken jodelt“. Es umfasste eine einzigartig zusammengestellte Show mit Musik, Licht-, Feuerwerk- und Sterneneffekten. Sieben Jodlerkompositionen wurden dazu rund um das Seebecken übertragen. Zum Schluss stimmte die Menge gemeinsam in den Jodler-Hit „Beichle-Jutz“ ein. Für den „ernsten Teil“ des Festes, der in Form von Wettvorträgen im Jodeln, Fahnenschwingen und Alphornblasen über die Bühne ging, hatten sich diesmal mit 12.000 Aktiven ebenfalls so viele Frauen und Männer angemeldet wie noch nie zuvor. Das Niveau der Jodelvorträge war dabei auf einem insgesamt hohen Niveau, wie Gody Studer, Jury-Gesamtobmann Jodelgesang, sagte. Schwerere Zwischenfälle wurden während es ganzen Festes nicht gemeldet. (AP)
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