Umwelt – Das Menschenrecht auf sauberes Wasser noch nicht verwirklicht – Tatjana Schäfer
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Jahresreport der UNICEF Das Menschenrecht auf sauberes Wasser noch nicht verwirklicht

Tatjana Schäfer

20.06.2012

Der Mangel an sauberem Wasser sowie schlechte sanitäre Verhältnisse sind laut UNICEF Hauptursachen für Krankheiten in den  Entwicklungsländern. Foto: Spencer Platt/Getty Images
Der Mangel an sauberem Wasser sowie schlechte sanitäre Verhältnisse sind laut UNICEF Hauptursachen für Krankheiten in den Entwicklungsländern.

Foto: Spencer Platt/Getty Images

Berlin – Die Verwirklichung des Menschenrechts auf sauberes Wasser liegt für Menschen Entwicklungsländern noch immer in weiter Ferne. Mehr als 780 Millionen Menschen weltweit haben nach wie vor keinen Zugang zu sauberem Wasser, wie das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung seines Jahresreports 2012 mitteilte. Insbesondere Kinder leiden unter den Folgen.

Der Mangel an sauberem Wasser sowie schlechte sanitäre Verhältnisse sind laut UNICEF Hauptursachen für Krankheiten in den Schwellen- und Entwicklungsländern. Fast die Hälfte der dortigen Bevölkerung leidet dauerhaft an Krankheiten, die auf verunreinigtes Wasser zurückzuführen sind.

Täglich sterben 3.000 Kinder an Durchfall

Täglich sterben demnach rund 3.000 Kinder, 1,1 Millionen pro Jahr, infolge der schlechten hygienischen Bedingungen an Durchfallerkrankungen. Auch die Unterernährung bei Kindern sei oftmals Folge von durch mangelnde Hygiene verursachten chronischen Darmerkrankungen, da Nahrung nur noch unzureichend aufgenommen werden könne. Für die Kinder habe das gravierende Folgen für die körperliche und geistige Entwicklung.

Eine weitere möglich Folge von verschmutztem Wasser ist die Blindheit. Laut UNICEF ist die durch ein spezielles Bakterium ausgelöste Bindehautinfektion die weltweit häufigste Ursache für vermeidbare Erblindungen. Sie treten ausschließlich in den ärmsten Ländern auf.

2,5 Milliarden Menschen ohne sanitäre Einrichtungen

2,5 Milliarden Menschen stehen Heraeus zufolge keine angemessenen sanitären Einrichtungen zur Verfügung. Die Folgen für die betroffenen Länder seien verheerend. Die Kosten, die beispielsweise den afrikanischen Ländern südlich der Sahelzone daraus entstünden, etwa für die Behandlung von Krankheiten, beliefen sich auf geschätzte fünf Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts.

Die wirtschaftlichen Verluste für Indien werden laut Heraeus von der Weltbank auf 53,8 Milliarden US-Dollar (rund 42 Milliarden Euro) jährlich veranschlagt. Am Beispiel Indien, das sich zum Hightech-Standort entwickle, zeige sich besonders deutlich, dass Fortschritte die Ärmsten nicht erreichten. Laut UNICEF haben landesweit weniger als 50 Prozent der Haushalte Zugang zu einfachen Latrinen. Auf der einen Seite verfügten 98 Prozent der wohlhabenden Familien in Indien über sanitäre Einrichtungen. Andererseits ist das ärmste Fünftel der Bevölkerung davon nahezu vollständig ausgeschlossen.

Bewaffnete Konflikte um Wasser werden zunehmen

Der Wassermangel in Teilen der Welt wird laut UNICEF auch mehr und mehr zum Politikum. Je knapper das Wasser in vielen Regionen werde, umso mehr steige die Gefahr von Auseinandersetzungen um die wertvolle Ressource. Das fange beim Streit um einen Brunnen an und reiche bis zu bewaffneten Kämpfen. Bis 2025 könnte demnach die Zahl der von absoluter Wasserarmut betroffenen Länder auf 38 steigen.

Hilfe soll unter anderem das UN-Programm "Wasser wirkt" bringen. Das Kinderhilfswerk plant dabei, bis 2015 einer halben Million Kinder in Afrika und Asien Zugang zu sauberem Wasser zu verschaffen.

Aber auch die Regierungen müssten mehr Anstrengungen unternehmen. Zwar sei das Menschenrecht auf sauberes Wasser inzwischen offiziell anerkannt, aber Kritik äußerten die UNICEF-Vertreter am Mittwoch unter anderem daran, dass bei der Überwachung der Millenniumsziele für Wasser wichtige Faktoren wie die Wasserqualität und die ordnungsgemäße Abwasserentsorgung nicht erfasst würden.

(dapd)

 

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