Menschen & Meinungen – Das Porträt „Ich warte nur darauf, dass mein Bruder heiratet“ – Michaela Hütig
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Das Porträt „Ich warte nur darauf, dass mein Bruder heiratet“

Michaela Hütig

18.01.2007

Prinzessin Caroline von Hannover bei der " Monte-Carlo Red Cross Gala" am 4. August 2006 in Monaco. Caroline Louise Marguerite Prinzessin von Hannover, Herzogin zu Braunschweig und Lueneburg, Prinzessin von Monaco wurde am 23. Januar 1957 in Monaco als Caroline Louise Marguerite Grimaldi geboren. Sie feiert am Dienstag, 23. Januar 2007 ihren 50. Geburtstag. (AP Photo/Lionel Cironneau)
Prinzessin Caroline von Hannover bei der " Monte-Carlo Red Cross Gala" am 4. August 2006 in Monaco. Caroline Louise Marguerite Prinzessin von Hannover, Herzogin zu Braunschweig und Lueneburg, Prinzessin von Monaco wurde am 23. Januar 1957 in Monaco als Caroline Louise Marguerite Grimaldi geboren. Sie feiert am Dienstag, 23. Januar 2007 ihren 50. Geburtstag. (AP Photo/Lionel Cironneau)

Frankfurt/Main – Sie hat Schicksalsschläge hinter sich wie kaum eine zweite Adelige. Sie verlor ihre Mutter bei einem Verkehrsunfall, ihr zweiter Mann kam bei einem Bootsrennen ums Leben, und ihre erste Ehe wurde vom Vatikan annulliert. Zwar blieben die großen Skandale und Tragödien in den vergangenen Jahren aus. Doch auch an der Seite ihres dritten Ehemanns, Prinz Ernst August von Hannover, geht es für Caroline alles andere als ruhig zu. Ihr bevorstehender 50. Geburtstag am Dienstag rückt die Prinzessin wieder besonders ins Rampenlicht – was ihr verhasster scheint denn je.

Interviews wird Caroline auch zu diesem Anlass wohl nicht geben, hat sie doch seit langem ein traumatisches Verhältnis zu den Medien. Seit Anfang der 90er Jahre ging sie immer wieder mit Hilfe von Anwälten gegen Veröffentlichungen von Paparazzi-Fotos aus ihrem Privatleben vor. Es kam zu mehreren Prozessen, die sich durch alle Instanzen zogen bis zum Bundesgerichtshof, dem Bundesverfassungsgericht und dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Einige Entscheidungen gingen als „Caroline-Urteil“ in die Rechtsgeschichte ein.

Im Fokus der Weltöffentlichkeit stand Caroline seit ihrer Geburt am 23. Januar 1957 als erste Tochter des monegassischen Fürsten Rainier III. und Fürstin Gracia Patricia, der früheren US-Filmschauspielerin Grace Kelly. Die Fürstin kam am 14. September 1982 bei einem Autounfall an der Côte d'Azur ums Leben. Mit im Auto saß auch Carolines damals 17-jährige Schwester Stéphanie, die sich von den Unfallfolgen erholte.

Schon im zarten Alter von 21 Jahren heiratete Caroline 1978 gegen den anfänglichen Widerstand ihrer Eltern den 17 Jahre älteren Franzosen Philippe Junot. Die Ehe mit dem als notorischer Playboy geltenden Versicherungskaufmann ging zwei Jahre später in die Brüche. 1982 beantragte die Prinzessin die Annullierung der Verbindung durch den Vatikan; ein Antrag, dem die Sacra Romana Rota, das oberste kirchliche Berufungsgericht, 1992 schließlich stattgab.

Schon knapp zehn Jahre zuvor, im Dezember 1983, hatte die Fürstentochter – ohne kirchliche Trauung – den italienischen Industriellen Stefano Casiraghi geheiratet. Mit ihm bekam Caroline drei Kinder: Andrea Albert, Charlotte Marie und Pierre Rainier. Casiraghi kam 1990 bei der Rennboot-Weltmeisterschaft vor der Küste Monte Carlos ums Leben. Caroline zog sich mit den drei Kindern in ihr Landhaus in Südfrankreich zurück.

Steht trotz Peinlichkeiten fest zu Ehemann Ernst August

Später übernahm sie bei offiziellen Anlässen wieder die Rolle ihrer Mutter und führte einige von deren Aufgaben weiter. So wurde sie Präsidentin mehrerer gemeinnütziger und kultureller Stiftungen, soll sich aber 1997 nur wenig euphorisch über ihre repräsentativen Aufgaben geäußert haben: „Ich erfülle nur meine Pflicht und warte darauf, dass mein Bruder heiratet.“ Darauf lässt der 48-jährige Albert, der nach dem Tod Rainiers 2005 den monegassischen Thron bestieg, seine Schwester aber bis heute warten. Damit bleibt Caroline die nächste Anwärterin auf den Thron – zumindest solange Albert kein eheliches Kind bekommt, unmittelbar nach ihr folgt ihr ältester Sohn Andrea.

1998 flammte das Interesse an Caroline wieder verstärkt auf, als sie immer öfter an der Seite des deutschen Welfen-Prinzen Ernst-August gesichtet wurde, der ebenfalls eine gescheiterte Ehe hinter sich hat. An ihrem 42. Geburtstag im Januar 1999 gab Rainier die Vermählung seiner Tochter mit dem Prinzen von Hannover bekannt, den sie von Jugend an kannte und den bereits ihre Mutter gern als Schweigersohn gesehen hätte. Die Hochzeit fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt und das Brautpaar verkaufte die Exklusivrechte der Berichterstattung an eine französische Zeitschrift.

In den folgenden Jahren lieferte das Paar der Regenbogenpresse weiter reichlich Stoff. Vor allem der drei Jahre ältere Ernst-August machte mit einigen unrühmlichen Episoden Schlagzeilen und musste sich zuerst als „Prügel-Prinz“ und später als „Pinkel-Prinz“ titulieren lassen. So wurde er mehrfach handgreiflich gegen Journalisten, wobei häufig Alkohol im Spiel war, und stritt sich immer wieder vor Gericht. 2000 sorgte er für Aufsehen, als er auf der Expo in Hannover gegen den türkischen Pavillon pinkelte – ausgerechnet am monegassischen Nationalfeiertag. Vier Jahre später wurde der Welfenprinz wegen gefährlicher Körperverletzung zu 445.000 Euro Schadenersatz verurteilt, nachdem er betrunken einen Hotelbesitzer in Kenia verprügelt hatte.

Doch trotz solcher Peinlichkeiten steht Caroline in der Öffentlichkeit unerschütterlich zu ihrem Mann, mit dem sie im Juli 1999 Tochter Alexandra Charlotte bekam. Erst Anfang vergangenen Jahres waren wieder Spekulationen über eine erneute Schwangerschaft laut geworden, die die Adelshäuser in Monaco und Hannover nicht kommentierten, die sich aber als offensichtlich falsch herausstellten.

(AP)

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