Notice: Trying to get property of non-object in /data/www/static/cgi-bin/neodone/article.inc.php on line 425 David gegen Goliath – Epoch Times Deutschland
Rechtsanwälte für Menschenrechte – David gegen Goliath – MOMENTAUFNAHMEN zuammengestellt von Monika Weiß
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Aktuelle Nachrichten – Rechtsanwälte für Menschenrechte

David gegen Goliath

MOMENTAUFNAHMEN zuammengestellt von Monika Weiß

28.12.2005

Gao Zhisheng, Menschenrechtsanwalt in Peking, geht unbeirrt seinen Weg. Er forderte die chinesische Führung auf, menschlich und verfassungskonform mit den chinesischen Bürgern umzugehen. (Foto: The Epoch Times)
Gao Zhisheng, Menschenrechtsanwalt in Peking, geht unbeirrt seinen Weg. Er forderte die chinesische Führung auf, menschlich und verfassungskonform mit den chinesischen Bürgern umzugehen. (

Foto: The Epoch Times)

Er sieht gut aus, hat Frau und Kind, ist etwa 40 Jahre alt und lebt mit seiner Familie in Peking. Noch im Jahr 2001 wurde er vom chinesischen Justizministerium ausgezeichnet als einer der zehn besten Anwälte Chinas. Jetzt  ist Rechtsanwalt Gao Zhisheng durch sein Engagement für die Opfer des kommunistischen Regimes ins Kreuzfeuer von Chinas Führung geraten, erhält telefonische Drohrufe und wird auf Schritt und Tritt von etwa 20 Polizisten in Zivil bewacht und verfolgt. Seine Anwaltskanzlei musste er auf staatliche Anordnung schließen. Er, der sich immer für andere einsetzte, braucht jetzt selbst Unterstützung gegen ein totalitäres Regime.

Ein offener Brief und seine Folgen

Am 18. Oktober setzte der Anwalt Gao einen Offenen Brief an Hu Jintao und Wen Jiabao, Chinas Staatschef und Chinas Premierminister, auf die Webseite von The Epoch Times. Er behandelte darin ein hochexplosives Thema, nämlich die vor sechs Jahren staatlich angeordnete Verfolgung der buddhistischen Schule Falun Gong, beschrieb von ihm recherchierte Fälle von Folter und Misshandlung an Falun Gong-Schülern und forderte die Herren Hu und Wen auf, die Verfolgung von Falun Gong in China sofort einzustellen. Die Antwort kam postwendend: Am 4. November wurde ihm unter fadenscheiniger Begründung mitgeteilt, er habe seine Kanzlei für ein Jahr zu schließen.

Gao mit Frau und Tochter, auch sie unterstützen den Anwalt. (
Gao mit Frau und Tochter, auch sie unterstützen den Anwalt. (

Foto: The Epoch Times)

Er und seine Familie unterliegen seitdem tagtäglich jeder Art von Einschüchterungsversuchen. Der Anwalt geht unbeirrt seinen Weg. Am 22. November forderte er von Chinas mächtigen  Staatschefs erneut in einem Offenen Brief, menschlich und verfassungskonform mit den chinesischen Bürgern umzugehen. Am 30. November wurde seine Kanzlei geschlossen. Die Weltöffentlichkeit wurde aufmerksam. Der Anwalt schaffte es, den 20 Zivilpolizisten zu entkommen und in der Provinz Jilin erneut Fälle von Verfolgung und schlimmster Folter an Falun Gong-Praktizierenden zu untersuchen. Der erdrückende Bericht darüber ging in einem 20-seitigen Brief am 12. Dezember wiederum an die Staatschefs, aber auch rund um die Welt. Gao schreibt darin: „Die zutage gebrachten Fakten zeigen einen erschreckenden Missbrauch der Macht und den völligen Mangel an Moral.“ Der Brief endet mutig und auch warmherzig mit der Aufforderung: „Nur wenn Sie sich ehrlich um die Zukunft unseres Staates bemühen, werden auch Sie einer strahlend schönen Zukunft entgegen gehen.“

„Der stolzeste Tag in meinem Leben“

Nur wer weiß, wie eng Staat und Partei in China verwoben sind, kann die Gefühle erahnen, die der Anwalt empfunden haben muss, als er am 14. Dezember mitteilte, er habe seine Mitgliedschaft in der KP Chinas gekündigt und dies den „stolzesten Tag in meinem Leben“ nannte. Gao ist auch vor einigen Wochen der christlichen Kirche beigetreten.

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Gao Zhisheng berichtet regelmäßig und humorvoll kleine Episoden aus seinem nunmehr eingeschränkten Alltag. Hier ein Auszug vom 23. November:

n.
n.

Als ich aus dem Haus ging, folgten mir sofort die Zivilpolizisten, die dort Wache hielten. Ich drehte mich um und fragte sie laut: „Wollt Ihr wissen, wie die zukünftige chinesische Verfassung in groben Zügenaussehen wird?“ Sie haben mir sofort den Rücken zugedreht und blieben stehen. Ich lachte und sagte: „Dieses Geschenk, das ich euch mache, ist vielleicht nichts, was besonders gut aussieht, aber der Effekt bleibt derselbe, auch wenn ihr euch von mir abgewendet habt. Das ist ein wertvolles Geschenk, das man schon mit den Ohren empfangen kann.“ Ich sah, wie sie alle schwiegen und fuhr fort: „In der zukünftigen chinesischen Verfassung gibt es keine Präambel, die in Bezug auf eine bestimmte Partei geschrieben wird. In der zukünftigen Verfassung wird folgendes stehen:

-         Die Freiheit sicherstellen

-         Die Macht des Staates einschränken

-         Die Rechte des Individuums schützen

Die Sicherstellung der Glaubensfreiheit  sollte an erster Stelle stehen!“

Ich sah, dass sie weiterhin schwiegen und sagte: „Ich bedanke mich dafür, dass ihr mein Geschenk angenommen habt, den ihr habt eure Ohren nicht verschlossen!“

In einem Interview mit der Epoch Times am 23. November erzählt Rechtsanwalt Gao eine kleine Begebenheit mit seiner Tochter:

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m.

„Heute bin ich um 6 Uhr aufgestanden. Ich ging die Treppe runter und aus dem Haus. Obwohl meine Bewacher die ganze Nacht draußen in der Kälte verbracht hatten, haben sie schnell reagiert, in wenigen Sekunden war ich von sechs bis sieben Zivilpolizisten umgeben. Ich holte mein Fahrrad raus. Es ist schon das dritte, seitdem ich überwacht werde. Mehr als 20 Polizisten bewachen meine Wohnung, aber schon zwei Räder wurden mir geklaut. Als sie sahen, dass ich meine Tochter zur Schule bringen wollte, rannten sie schnell zu ihren PKWs und Motorrädern und folgten uns im Abstand von etwa vier Metern.

Meine Tochter fragte mich: „Papa, haben die Krankheiten im Kopf? Wenn mein Papa mich schon begleitet, warum begleiten die mich denn auch noch?“

Ich sagte: „Sie haben keine Krankheiten im Kopf, weil sie gar keinen Kopf haben.“

Meine Tochter versteht mich nicht und fragt: „Wie kann ein Mensch denn ohne Kopf leben?“

Ich sagte: „In China leben diejenigen ohne Kopf am besten, sie haben keine Schmerzen.“

Meine Tochter: „Papa, ich kann deine Worte nicht verstehen, ich weiß nur, dass mein Papa ein guter Mensch ist, und diejenigen, die meinen Papa verfolgen, sind unverschämt.“

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Reaktionen aus aller Welt

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t.

Bei Gao melden sich laufend Menschen aus aller Welt, die ihm ihre Unterstützung zusichern. Sie wohnen in Japan und Deutschland, in USA, Kanada oder Australien. Es sind Chinesen, die in großer Sorge um ihr Heimatland sind, manche haben am Telefon sehr geweint. Ein Zitat: „Wir lesen die ganze Zeit schon ihre Artikel in der Epoch Times [gemeint ist auf der Webseite]. Wir waren früher sehr enttäuscht von China. Aber nachdem wir ihren [ersten] offenen Brief gelesen haben, sehen wir, dass für China immer noch Hoffnung besteht.“ Kommentar von Gao: „Als wir telefonierten, haben wir beide geweint. Warum weinen zwei Menschen, die sich gar nicht kennen? Ich denke, das liegt daran, dass in unseren Augen die Kraft der Gerechtigkeit sehr groß ist und das Ideal unverändert bleibt, dass die Gerechtigkeit am Ende siegen wird.“

Viele Rechtsanwälte haben Gao angerufen. Ihre erste Frage war fast immer: „Hast Du das geschrieben?“ Gao fragte dann zurück: „Worüber macht ihr euch Sorgen?“ Die Antwort war: „Wir dachten, das hat Falun Gong oder eine andere Organisation geschrieben.“ Gao fragte dann: „Warum kümmert ihr euch nicht darum, ob das Geschriebene die Wahrheit ist?“

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Treffen mit einem hohen Beamten

Viele haben Gao gesagt, dass sie wegen ihrer Positionen schwer mit ihm Kontakt aufnehmen können, obwohl sie das gerne täten. Ein hoher Beamter hat sich trotzdem mit ihm getroffen und ihm gesagt: „Toll! Die Chinesen können dir nicht das Wasser reichen, denn du bist so mutig. Frage mal Hu Jintao, ob er sich traut, das zu sagen, was du gesagt hast! Und ob zehn Hu Jintaos das sagen würden? Und ob alle Mitglieder des Politbüros zusammengezählt das sagen würden? Wer von ihnen kennt die Wahrheit etwa nicht?“

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“Wir brauchen viele Helden!“

Der Sekretär eines ehemaligen KPC-Vorsitzenden meldet sich zu Wort

Lin Mu war Sekretär des KP-Führers Hu Yaobang. Er unterstützt den Anwalt öffentlich, in der VR China ein gewagtes Unterfangen. (
Lin Mu war Sekretär des KP-Führers Hu Yaobang. Er unterstützt den Anwalt öffentlich, in der VR China ein gewagtes Unterfangen. (

Foto: The Epoch Times)

Inzwischen regen sich nicht nur im Ausland, sondern auch in der gut kontrollierten VR China selbst Stimmen des Protestes gegen die Zwangsmassnahmen des chinesischen Staates, die Gao Zhisheng getroffen haben.

Die neueste Stimme gehört Lin Mu, dem betagten Sekretär des berühmten Hu Yaobang. Hu Yaobang, der als KP-Vorsitzender wegen seiner Reformideen im Volk sehr beliebt war. Er wurde 1987 entmachtet. Sein Tod löste die Studentendemonstrationen der Demokratiebewegung von 1989 aus, die schließlich mit dem staatlich angeordneten Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens beendet wurde.

In einem Interview mit der Epoch Times äußerte Lin seinen großen Respekt für den Anwalt: „Gao ist ein kühner Anwalt, der den Mut hat, für Gerechtigkeit einzutreten ohne dem Druck nachzugeben. Ich bewundere ihn sehr und unterstütze ihn nach Kräften. Wenn er die Tatsachen nicht enthüllt hätte, wären wir auch heute noch nicht im Klaren darüber, dass die Falun Gong-Praktizierenden immer noch grausame Verfolgung erleiden müssen.

Lin Mu sieht die Tragweite sehr umfassend: „Heutzutage ist die Bürgerrechtsbewegung die sinnvollste Bewegung. Wir brauchen viele Helden, die den verfolgten Bürgern helfen, besonders Rechtsanwälte und Leute in den Medien. Unter ihnen ist Gao einer der mutigsten und standhaftesten. Mit juristischen Mitteln versucht er, die Opfer zu verteidigen und die Menschenrechte zu wahren. Das ist sehr, sehr bewundernswert!“

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Gao wurde im November auf der Autobahn von mehreren ihn verfolgenden PKWs bedrängt, kam aber trotzdem, wenn auch  mit lädiertem Auto, zum Gespräch mit Dr. Nowak, UNO-Sonderberichterstatter für Folter. Obwohl er seit der Veröffentlichung seines offenen Briefes vom 18. Oktober an die chinesische Führung, namentlich den Präsidenten Hu Jintao und Premier Wen Jiabao, Tag und Nacht von rund 20 Polizisten in Zivil bewacht wird, konnte er diesen entweichen und seine Untersuchungen über Verfolgte des Regimes zuende führen.

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