Menschen & Meinungen – DEHOGA gegen gesetzliche Mindestlöhne – DAPD
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DEHOGA gegen gesetzliche Mindestlöhne

DAPD

28.01.2007

Berlin – Gesetzliche Mindestlöhne für einfache Arbeiten in Hotels und Gaststätten sind nach Ansicht des Branchenverbandes DEHOGA ungeeignet im Kampf gegen Dumpinglöhne. Die Hauptgeschäftsführerin der DEHOGA, Ingrid Hartges, sagte im Interview der Nachrichtenagentur AP, würden die niedrigsten Tariflöhne von derzeit fünf bis acht Euro gesetzlich in die Höhe getrieben, hätten gering Qualifizierte auf dem Arbeitsmarkt keine Chance mehr. Das Interview im Wortlaut:

Billiglöhne für Zimmermädchen haben in den letzten Wochen für Schlagzeilen gesorgt. Was unternimmt ihr Verband gegen Dumpinglöhne?

Hartges: Dieser Fall in Hamburg hat für einen gigantischen Medienrummel gesorgt. Man muss aber wissen, dass es sich um Angestellte eines Reinigungsunternehmens gehandelt hat. Dieser Betrieb hat gegen Tarifbestimmungen verstoßen. So etwas kann die Hotelbranche natürlich nicht tolerieren, weil wir durch die Praxis dieses Reinigungsunternehmens selbst Imageprobleme bekommen. Ich denke, die Hotellerie ist auf jeden Fall hinreichend sensibilisiert, bei der Auswahl ihre Vertragspartner und bei der Gestaltung der Vertragsbedingungen sehr sorgfältig zu prüfen, ob alles seine Richtigkeit hat. Die Hotels lassen sich heute schon zusichern, dass die Vertragsfirmen ihre Mitarbeiter sozialversichert haben und Tariflöhne zahlen.

Könnte eine Mindestlohnregelung in ihre Branche Dumpinglöhnen verhindern?

Hartges: Wir lehnen Mindestlöhne ab. Wir sind davon überzeugt, dass man mit gesetzlichen Mindestlöhnen Missbrauchstatbestände nicht wirkungsvoll eindämmen kann. Die Schattenwirtschaft wird damit nicht erfolgreich bekämpft werden können. Die Stundenlöhne für einfachste Tätigkeiten liegen derzeit je nach Tarifregion zwischen 5,00 und 8,00 Euro. Würden sie per Gesetz in die Höhe getrieben, ohne das die höheren Kosten auf die Preise umgelegt werden können, haben gering Qualifizierte keine Chance auf Anstellung. Ihnen bleibt dann nur die Arbeitslosigkeit. Zur Bekämpfung der hohen Arbeitslosigkeit ist es deshalb unverzichtbar, mehr Netto für die Beschäftigten rauszuholen und die Personalkosten für den Arbeitgeber zu senken. Das wäre auch ein wirksamer und wertvoller Beitrag zur Bekämpfung der Schattenwirtschaft. In der Arbeitsmarktdebatte machen wir uns auch dafür stark, dass die 400-Euro-Jobs erhalten werden und es nicht zu weiteren Verschlechterungen kommt. Der 400-Euro-Job ist ein tolles Instrument. Seit 2003 hat die Hotellerie und Gastronomie über 300.000 legale zusätzliche Minijobs geschaffen, ohne dass dadurch sozialversicherungspflichtige Stellen verloren gegangen sind.

Viele Hotels haben 2006, im Jahr der Fußball-WM, gut verdient. Was erwarten sie für das Jahr 2007?

Hartges: Ich kann bestätigen, dass 2006 endlich ein kleines Umsatzplus erzielt worden ist. Bis Ende November betrug es nominal 1,5 Prozent, wovon 3,8 Prozent von den Hotels und 0,9 Prozent in der Gastronomie erzielt wurden. Dabei muss man aber wissen, dass es seit 2002 eine negative Umsatzentwicklung gegeben hat, in der Gastronomie stärker ausgeprägt als in der Hotellerie. Wir würden uns freuen, wenn wir auch dieses Jahr wieder ein wenig stärker würden und ein Umsatzplus von einem Prozent erreichen, damit wir wieder auf das Niveau von 2001 kommen. Wir starten hoffnungsvoll ins neue Jahr.

Gibt es Schwerpunkte?

Hartges: Die Hotellerie hat die Hoffnung, dass auch in diesem Jahr der Städtetourismus weiter boomen wird, und die Zahlen der ausländischen Besucher nachhaltig gesteigert werden können. Die Fußball-Weltmeisterschaft war eine gigantische Werbung für Deutschland und ich gehe schon davon aus, dass wir dadurch auch in den nächsten Jahren bei ausländischen Gästen erfolgreich für einen Urlaub in Deutschland werben können.

http://www.dehoga-berlin.de

(AP)

 

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