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19.08.2009
Foto: Herman van Heusden en Ruud van der Neut)
Amsterdam - Bereits im Juni wurde die Amsterdamer Eremitage offiziell von der holländischen Königin Beatrix und dem russischen Präsidenten Dmitry Medvedev wiedereröffnet.
Die Eremitage ist ein Teil des weltweit berühmten Hermitage Museums in St. Petersburg in Russland und beheimatet nach dem Umbau nun die Sonderausstellung „At the Russian Court: Palace and Protocol in the 19th Century".
Die große Ausstellung bietet Besuchern einen Einblick in den russischen Hof des 19. Jahrhunderts und zeigt eine Vielfalt von mehr als 1.800 Schätzen, die höfische Kleider, Gemälde, Schachbretter und königliche Schuhe umfasst.
All die Schätze aus dem Hermitage-Museum in St. Petersburg zeigen die komplizierten sozialen Hierarchien und vielschichtigen Traditionen am Zarenhof.
Die Ausstellung ist in zwei Abschnitte unterteilt. Der linke Flügel ist dem Hof des 19. Jahrhunderts gewidmet - eine Periode, die die Herrschaft der Zaren vom wenig bekannten Paul I., Sohn von Katharina der Großen, bis zum tragischen Nicholas II., dem letzten Zaren Russlands, umspannt. Der andere Flügel fokussiert sich auf die Feste und Themenbälle, die von den Zaren ausgerichtet wurden.
Der königliche Thronraum
Beim Betreten des linken Flügels gelangt man in den Thronraum und wird von der Eleganz des reichhaltigen künstlerischen Erbes des Zaren willkommen geheißen. Mit höflicher und ernster Ausstrahlung blicken einen Gesichter aus den Gemälden der Adlige wie Alexander III., Nicolas II und Zarin Maria Fjodorovna an.
Der Gast erfährt hier von der Liebe der Zarin Aleksandra Fjodorovna zum Lesen, Tanzen und der Musik ebenso wie von ihrer besonderen Gabe für eine scharfsinnige, ironische Betrachtungsweise auf die Menschen. Über Alexander I. lernen wir, dass er den Empire-Stil in Russland einführte und dass er ein Alliierter von Napoleon Bonaparte war.
Der Mittelteil des Thronraums zeigt eine reichhaltige Mannigfaltigkeit von königlichen Kostümen und Kleidern. Die Kleider sind raffiniert, detailreich, farbenprächtig und aufwändig, darunter das Maskeradenkleid mit Goldbrokat und Silberfaden von der Zarin Maria Iljinitschna. Besucher können ein Kostüm von Dmitry Borisovich Golitsyn bestaunen, ein fellbesetzter, samtener Kaftan.
Ein Besucher kommentierte die zeremoniellen Kleider mit „Es wäre ein ziemliches Unterfangen, solch ein traditionelles Kostüm zu tragen" worauf eine alte Dame antwortete, dass die Frauen in diesen Tagen nicht gingen, sondern stattdessen „voranschritten".
Am Ende des Raums steht ein königlicher Thron mit einem zweiköpfigen Adler - ein Symbol der Romanovs - aus dem Jahr 1797. Schon damals wurden andere Möbelstücke für solch einen Raum als unangemessen betrachtet, daher stehen dort nur einige Steinvasen.
Mit den Königen tanzen
Wir betreten den weiträumigen Ballsaal. Durch die klassische Musik bekommen wir ein Gefühl dafür, wie diese großen Feste gewesen sein mussten. In Räumen wie diesen wurden große Bälle abgehalten, um die Eröffnung der sozialen Saison zu feiern. An solchen Gelegenheiten war es Brauch, dass der Zar mit der Ehefrau des höchstrangigen, anwesenden Diplomaten tanzte, während die Zarin mit dem Diplomaten tanzte.
Die Kleidung, die auf den Bällen meist getragen wurde, war russisch, aber es gab auch Mottobälle im Stil von Katharina der Großen, chinesische Kostüme und sogar Roben des antiken Griechenland. In der großen Sammlung von Kostümen, die in der Eremitage ausgestellt werden, findet man in der Tat Kleidung mit fremdartigem Look.
Die Bälle waren kein Privileg der höchsten sozialen Schicht. An bestimmten Gelegenheiten wurden auch andere soziale Schichten eingeladen, was ihnen einen seltenen Blick auf den Winterpalast der königlichen Familie erlaubte.
Neben den Haupträumen gibt es kleinere, jeder mit einem Thema wie Jagd, Musik, Schmuck, Spiele, Theater, Damenschuhe und dergleichen. In diesen kleinen Kammern zeigt sich die Majestät nicht nur in der Herrlichkeit der großen Gebäude und Prunkgemächer, sondern auch in den kleinen Kunstobjekten wie antiken Fächern, Handtaschen und Ferngläsern.
Die Eremitage in Sankt Petersburg
Alle Objekte, die in der Eremitage ausgestellt sind, wurden von der Eremitage in Sankt Petersburg ausgeliehen. Die Eremitage als eine Kunstinstitution datiert zurück auf das Jahr 1764, als sie von der Zarin Katharina der Großen gegründet wurde. Aber Zar Peter der Große legte die Basis für die Sammlung, als er Russland heimlich im Jahr 1697 verließ. Auf einer diplomatischen Mission nach Westeuropa gab der Zar Anweisung, Gemälde zu erwerben und bevollmächtigte Künstler nach Russland zu kommen und dort zu arbeiten.
Die Eremitage zeigt nun um die 65.000 Stück der mehr als drei Millionen Kunstobjekte in den 350 Räumen des Museums.
Die Ausstellung ist noch bis zum 31. Januar 2010 in der „Hermitage Amsterdam" anzusehen. Weitere Infos unter: http://www.hermitage.nl/en/bezoek/
Erschienen in The Epoch TImes Deutschland NR. 31/09
Originalartikel (englisch): http://www.theepochtimes.com/n2/content/view/20153/
Schlagworte
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