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Wissenschaftliches Fehlverhalten Der Doktor und das Kavaliersdelikt

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18.07.2011

Peinlich wenn Anspruch und Wirklichkeit diametral auseinanderl laufen..     Foto: Foto: David Hecker/dapd
Peinlich wenn Anspruch und Wirklichkeit diametral auseinanderl laufen..

Foto: Foto: David Hecker/dapd

Die öffentliche Diskussion um die plagiierten Dissertationen hochrangiger Politiker seit Mitte Februar 2011 hat einen Schatten auf den Wissenschaftsstandort Deutschland geworfen. Es entsteht der Eindruck, dass wissenschaftliches Fehlverhalten in einigen Teilen der Gesellschaft als Kavaliersdelikt gelte und allzu oft gängige Praxis an den Hochschulen sei. Die Wahrheit ist jedoch noch schmerzhafter: Wissenschaftler sehen allzu oft gar nicht, dass sie einen gravierenden Fehler begangen haben, weil ihnen die Grundprinzipien korrekten wissenschaftlichen Arbeitens nicht bewusst sind.

„Es kann nicht darum gehen, auf die Anderen und deren Fehlverhalten zu zeigen. Wir sollten die Vermittlung korrekter wissenschaftlicher Standards institutionell absichern und den Hochschulen Möglichkeiten verschaffen, um Betrügern das Handwerk zu legen. Wir sollten ein deutliches Zeichen setzen, dass Plagiieren eben kein Kavaliersdelikt ist", erklärte Debora Weber-Wulff, Professorin an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin, die sich seit 2001 mit Plagiatsforschung beschäftigt.

Die Diskussion über wissenschaftliches Fehlverhalten reißt dank einer Vielzahl weiterer öffentlich diskutierter Plagiate nicht ab. Die Fachgruppe „Informatik und Ethik" der Gesellschaft für Informatik (GI?) möchte, basierend auf den Ethischen Leitlinien der GI, auch innerhalb der Informatik zum kritischen Diskurs, zum Überdenken und zur Einhaltung der wissenschaftlichen Standards aufrufen. Denn Plagiate und andere Formen wissenschaftlichen Fehlverhaltens schaden nicht nur dem Ansehen der akademischen Welt, sondern sie gefährden die wissenschaftliche Praxis überhaupt. (sfr / idw)

 

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