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01.04.2009
Röthenbach/Pegnitz – Klaus-Dieter Hochheim strahlt über das ganze Gesicht. „Wunderbar“ gehe es ihm, „vollauf zufrieden“ sei er, sagt der 49-Jährige. Acht Jahre lang war der ehemalige Bergmann aus Thüringen ohne feste Arbeit, hatte sich abwechselnd mit Hartz IV, Zeitarbeit und Ein-Euro-Jobs über Wasser gehalten. Im Juli 2008 fand schließlich mit Hilfe der örtlichen Arbeitsgemeinschaft ARGE, eine Stelle als Hausmeister in einem Pflegeheim im bayerischen Röthenbach.
„Er ist ein gutes Beispiel dafür, dass es gelingen kann, auch nach langer Arbeitslosigkeit wieder Arbeit zu bekommen“, sagt Heinrich Alt, Mitglied im Vorstand der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit, BA.
Alt wird in diesen Tagen nicht müde, trotz der schlechten Wirtschaftsdaten Optimismus zu verbreiten. Zwar hatte die BA am Dienstag gemeldet, dass die Arbeitslosigkeit erstmals seit Einführung der Statistik vor mehr als 80 Jahren in einem März gestiegen sei. Alt sieht darin aber darin keinen Grund für Schwarzmalerei. Schließlich gebe es auch in der Krise Branchen, wie etwa die Pflege- und Sozialberufe, die einstellten – und zwar auch Hartz-IV-Empfänger. Von 2006 bis heute sei die Zahl der Arbeitslosengeld-II-Bezieher um rund 600.000 auf 2,3 Millionen gesunken, sagt Alt. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen sei von 1,3 Millionen auf 831.000 zurückgegangen.
Die schlechte Konjunktur mache es den Arbeitsvermittlern zwar schwerer, diese Erfolgsgeschichte fortzuschreiben. „Das führt aber nicht dazu, dass wir die Hände in den Schoß legen und sagen, wir können nichts mehr tun“, stellt Alt klar. „Wir lassen keinen draußen stehen“. Die Jobvermittler müssten sich jetzt einfach noch stärker einsetzen.
Wie beispielsweise die Arbeitsgemeinschaft, ARGE, in Lauf, die für den gesamten Landkreis Nürnberger Land und damit auch für Röthenbach zuständig ist. Deren Leiter, Guido Lehner, setzt auf den direkten Kontakt zwischen Kommunen und Jobcentern und auf den Aufbau von Netzwerken bis hin zu den örtlichen Bürgermeistern. Dadurch seien auch schwierige Fälle wie Hochheim wieder in Lohn und Brot gebracht worden, berichtet er.
Manchmal hilft auch der Zufall: Hochheim hatte über seine Arbeitsvermittlerin einen Ein-Euro-Job in einem Altenheim bekommen, konnte dort aber nicht übernommen werden. Seine jetzige Arbeitgeberin kannte den Heimleiter, der von Hochheims Einsatz schwärmte – und stellte den 49-Jährigen schließlich ein.
„Der Ein-Euro-Job ist für die Arbeitslosen ein kleines Sprungbrett“, sagt Hochheim. Tatsächlich schafften es BA-Daten zufolge allein im Februar 17,1 Prozent der Ein-Euro-Jobber, eine reguläre Stelle zu finden. Im Bereich der ARGE Lauf beträgt diese Quote sogar 25 Prozent.
„Die Ein-Euro-Jobs sind besser als ihr Ruf“, betont Alt. Die BA wisse zwar sehr wohl, dass die Ein-Euro-Jobs „den Wettbewerb tangieren“ und auch Missbrauch damit betrieben werde. Sie böten den Menschen aber wieder einen festen Tagesablauf und ermöglichten soziale Kontakte. „Und in einem Lebenslauf sieht ein Ein-Euro-Job immer noch besser aus als Arbeitslosigkeit“, erklärt Jobvermittlerin Fischer. Denn wer für einen Euro in der Stunde morgens aufstehe, der signalisiere seinem neuen Arbeitgeber vor allem eines: „Der will“. (AP)
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