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Fit durch Klettern Der Fels ruft

Cameron Little

15.03.2011

 Foto: Adam Pretty/Getty Images

Foto: Adam Pretty/Getty Images

Sie hängen an einer Felswand zwölf Meter über dem Boden und zittern vor Anstrengung. Die einzigen Körperteile, mit denen Sie sich an dieser Wand halten, sind die Zehenspitzen und die Fingerkuppen.

Ihre Arme brennen, der Körper ist angespannt und die Unterarmmuskeln quellen hervor. Die Rückenmuskulatur schwillt an, während Sie sich nach oben ziehen, um die Finger in einer weiteren kleinen Spalte zu platzieren. Die Füße werden umgestellt, der Körper erneut angespannt und Sie ziehen sich weiter nach oben - nochmal, nochmal und noch einmal - geschafft.

Aber den Gipfel zu erklimmen, ist nicht alles. Wer hoch kommt, muss auch wieder herunter und während das Seil Ihr Gewicht trägt, lässt Ihr Partner Sie Stück für Stück herab. Die Unterarme sind angeschwollen, die Finger zittern und Sie wundern sich, ob Sie Ihre Arme überhaupt noch über den Kopf heben können. Doch Sie fühlen sich glücklich und siegreich.

Ob Sie Ihre erste oder Ihre tausendste Klettertour gemacht haben, Sie werden sich höchst wahrscheinlich  am nächsten Morgen steif fühlen. Der menschliche Körper ist für eine senkrechte Felskletterei einfach nicht gemacht.

Die gedanklichen Barrieren über den eigenen Körper überwinden

Laufen, springen, Gewichte heben, dies alles sind Dinge, die sich natürlich aus der menschlichen Gestalt ergeben. Das gesamte Körpergewicht auf die Fingerspitzen zu verlagern und sich daran in die Höhe zu ziehen dagegen nicht.

Sich beim Klettern zu steigern, bedeutet, immer wieder die gedanklichen Barrieren darüber, wozu unser Körper fähig ist, zu überwinden. Gute Kletterer sind zum Teil die fittesten Sportler.

Der Klettersport befindet sich an einer interessanten Schnittstelle zwischen Hobby und sportlicher Betätigung. Von einer Seite betrachtet, ist er ein Sport, der strenges körperliches Training und viel Hingabe verlangt, aber auch einen gewissen manischen Übermut.

Aus anderer Perspektive fand das Klettern weltweit immer größeren Anklang als Fitness-Hobby, was nicht nur an der steten Zunahme von Kletterhallen liegt, sondern auch an Kletterführern im Freien und vielen Freiwilligen. Dabei wurde der Klettersport der am schnellsten wachsende Sport in der Welt.

Viele der neuen Kletterer suchen an erster Stelle ein spannendes Work-out. Sie wollen dieses Erfolgserlebnis spüren, wenn sie zwei Meter höher gestiegen sind, als sie von sich selbst erwarteten. Oder sie wollen die Kraft entwickeln, die ein Kletterer braucht, wenn er an seinen Armen hängend die Füße bis über den Kopf schwingt.

Es gibt einige Fitnessaspekte, die das Klettern bieten kann. Jeder, der Lust auf Spaß und Abenteuer hat, kann davon profitieren.

Wenn wir zum Klettern geboren wären, würden wir eher wie Schimpansen aussehen

Der größte Trainingseffekt liegt wohl darin, dass die Muskeln auf sehr ungewöhnliche Weise gebraucht werden. Wie gesagt, es liegt nicht in unserer Natur, sonst würden wir eher wie Schimpansen aussehen.

Beim Klettern werden bestimmte Muskelsysteme entwickelt, die ansonsten nur selten im täglichen Leben oder anderen Work-out benutzt werden. Anders ausgedrückt, Klettern verlangt einen ungewöhnlichen Gebrauch von gewöhnlichen Muskeln.

Um ein Beispiel zu geben, wenn wir eine Leiter emporsteigen, greifen die Finger um eine Sprosse herum. Viele Nicht-Kletterer erwarten am Felsen auch eine Reihe gut greifbarere Spalten. In Wirklichkeit müssen sich die Hände aber an eine Vielzahl verschiedenster Griffe gewöhnen.

Man muss sich unter Umständen an einer Kante emporziehen, die nicht breiter ist als ein Bleistift oder an einem Griff so groß und rund wie ein Ball. Vielleicht hat man auch nur eine winzige Ritze, die groß genug für einen oder zwei Finger ist.

Mit solchen Griffen muss man an einer senkrechten Wand rechnen. Die Belastung auf den Händen, während man sich den grenzenlosen Möglichkeiten am Felsen anpasst, stärkt die Unterarme, Fingermuskeln und vor allem auch die Fingersehnen.

Nicht zu vergessen, beim Klettern stemmt man sein eigenes Körpergewicht. Bei jeder Bewegung werden die verschiedensten Muskeln eingesetzt. Die Finger greifen, die Unterarme spannen sich an, Bizeps und Trizeps biegen sich, die Rückenmuskeln arbeiten mit, das Becken bewegt sich und die Beine schieben.

Je nach Beschaffenheit der Kletterroute wird eine Vielzahl an Haupt- und Nebenmuskeln benutzt. Klettern verlangt Körperspannung sowie dynamische Bewegungen. Bei manchen Kletterzügen ist es vorteilhaft, den Körper stillzuhalten, bei anderen wiederum muss der Körper schnell und energisch bis zum nächsten Griff geworfen werden.

In keinem anderen Sport müssen die Muskeln so konstant zwischen Isometrie, Kontraktion und dynamischer Bewegung wechseln.

Wie auch immer, Klettern erhöht die Fitness, egal ob man es regelmäßig oder nur gelegentlich tut. Es ist ebenfalls ein gutes Zusatztraining, auch wenn der Fokus mehr auf  Aerobic oder Gewichtheben eingestellt ist.

 

 

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