Aktuelle Nachrichten – Deutschland
27.11.2009
Frankfurt/Main – Der Herbst 2009 geht als einer der wärmsten der vergangenen 130 Jahre in die Wettergeschichte ein. Vor allem der November war extrem mild, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Freitag mitteilte. Die Durchschnittstemperatur der Monate September bis November betrug 10,1 Grad und lag damit 1,3 Grad über dem langjährigen Mittel. Damit war dieser Herbst der fünftwärmste seit Beginn der Statistik. Im laufenden Jahr war die Jahreszeit die dritte zu warme in Folge.
Der November war durchschnittlich 7,3 Grad bislang 3,3 Grad zu warm und zählt damit zu den drei wärmsten Novembern seit 1881. „Es war extrem mild. Die Zahlen passen ins Bild des Klimawandels“, sagte DWD-Klimatologe Gerhard Müller-Westermeier der AP. Ob der November 2009 den des Jahres 1963 noch vom Spitzenplatz verdrängen kann, müssen die kommenden Tage entscheiden.
Den Herbst 2009 fasste der Wetterdienst so zusammen: „Einem ruhigen September mit Altweibersommer folgten ein turbulenter Oktober mit Gewitter, markantem Temperatursturz, Frost und Schnee sowie ein sehr milder und nasser November.“ Laut den Berechnungen gab es erst vier Jahre mit einem noch wärmeren Herbst, nämlich 1961 (10,2 Grad), 1982 (10,4 Grad), 2000 (10,2 Grad) und vor allem 2006 (12,0 Grad).
Der September brachte teilweise Sommerwetter: Zum Start des meteorologischen Herbstes am 1. September kletterte das Thermometer vielerorts auf 30 Grad, wobei Seehausen in der Altmark mit 33,8 Grad an der Spitze lag. Damit gehört dieser Tag zu den heißesten des Jahres 2009. Noch am 7. Oktober wurde im Südwesten vereinzelt die 30-Grad-Marke überboten: Müllheim bei Freiburg stellte dabei mit 30,9 Grad einen deutschen Wärmerekord für den Oktober auf.
Am selben Tag zogen heftige Gewitter mit wolkenbruchartigen Regenfällen über Norddeutschland hinweg: Gütersloh meldete dabei mit 56,8 Liter pro Quadratmeter – die größte Tagesmenge des ganzen Herbstes. Insgesamt war der Herbst 2009 deutlich zu nass: Deutschlandweit fielen 203 Liter pro Quadratmeter, deutlich mehr als das Niederschlagssoll von 183 Litern.
Der November lieferte statt typischem Fröstelwetter vielerorts Temperaturen wie sonst im September oder Mai. In Freiburg wurden am 20. November sogar 20,9 Grad gemessen, im nahen Müllheim waren es am 17. November sogar 21,6 Grad – mancherorts blühen nun Weidenkätzchen. An zahlreichen Orten wurden die Rekorde der Durchschnittstemperaturen überboten, wie zum Beispiel in Hamburg, wo es so warm wie seit 1891 nicht mehr war.
Mehr als ein Drittel der 2.100 Messstationen des DWD registrierten im November keinen Frost. Strenge Fröste, wie sie in höher gelegenen Tälern im November sehr häufig auftreten, blieben Jahr aus. Die tiefste Temperatur gab es am 1. November in Dippoldiswalde südlich von Dresden mit minus 6,6 Grad. Gleichzeitig war der November viel zu nass: Durchschnittlich fielen 89 Liter pro Quadratmeter – 34 Prozent mehr Niederschlag als im langjährigen Mittel (66 Liter). (AP)
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