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Eine Million DFB-Trikots Der Hund und die Freundin auf dem Fußball-Schuh

Ulf Zimmermann und Gregor Derichs - dapd

08.06.2012

Adidas-Sportschuhe und Trikots für die EM. Foto: AP Photo/Jacques Brinon
Adidas-Sportschuhe und Trikots für die EM.

Foto: AP Photo/Jacques Brinon

Danzig – Es geht um ein Milliardengeschäft, in dem die deutschen Fußball-Stars kostspielige, aber eminent wichtige Partner sind. Mit einem immensen Aufwand wird die deutsche Nationalmannschaft von Ausrüster Adidas unterstützt. Das Ganze erreicht bei Großturnieren wie der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine größte Dimensionen. Auch die EM 2012 ist für die weltweit tätige Firma Adidas ein Schaufenster für ihre Produkte. 1,5 Milliarden Euro Umsatz erwartet der Konzern 2012 – nur für Fußball-Artikel. Eine Million DFB-Trikots werden abgesetzt, dazu weltweit rund 20 Millionen Bälle.

Seit November 2011 gingen 6,5 Tonnen Material in 800 Kartons in Richtung DFB. 30.000 Ausrüstungsteile wurden ins EM-Quartier in Danzig gebracht, darunter 22 Trikotsätze, für jeden Spieler jeweils zwei Paar Stollen- und Noppenschuhe und reichlich Bälle vom eigens entwickelten EM-Typ Tango 12. Der Ball ist extrem wichtig für das Geschäft. Beim dafür zuständigen Entwickler Klaus Rolshoven heißt es, dass das Spielgerät erst in den Handel komme, "wenn wir ihn lieben". Dieser Prozess hin zu einer innigen Zuneigung dauert beim weltgrößten Sportartikelhersteller drei Jahre. "Der Ball steht im Mittelpunkt" der Produktpalette, er ist laut Rolshoven "das wichtigste Produkt".

Grünes Trikot verkauft sich blendend

UEFA-Kriterien müssen bei der Ball-Herstellung erfüllt werden. Rundbarkeits-, Haltbarkeits- oder Wasseraufnahmetests müssen durchlaufen werden. Mit dem Design wurde 2009 begonnen, das Endprodukt gilt nun als Reminiszenz an einen Klassiker, der zur WM 1978 in Argentinien eingeführt worden wurde. Erst seit 1996 werden auch für EM-Turniere eigene Ballmodelle entwickelt. Das Design für den WM-Ball 2014 in Brasilien steht auch schon. Der Ball namens Jabulani war vor allem in Südafrika ein Streitobjekt, Nationaltorwart Manuel Neuer hat das neue Gerät bereits mehrfach testen können und befand am Mittwoch: "Ich habe nichts korrigieren müssen. Der Ball ist für mich topp."

Ein Klassiker ist auch das wieder eingeführte grüne DFB-Trikot. Es ist nach Angaben von Oliver Brüggen, PR-Direktor bei Adidas, schon jetzt das bestverkaufte Auswärtstrikot der deutschen Elf aller Zeiten. Als "zurückgezogen und unaufdringlich" wird das Produkt beschrieben, es spreche sowohl die Väter als auch die Jugend, also den Zeitgeist an.

Bunt ist in, schwarz-weiß out

Als wichtigste Details der Ausrüstung eines Fußball-Profis beschrieb Per Mertesacker aber die Schuhe. Er wählte das Modell "Predator". Adidas-Schuhe tragen bei der EM 150 weitere Spieler, im deutschen EM-Kader elf der 23 Spieler. Und auch ein Lionel Messi kickt in drei Streifen. Das klassische Schwarz mit weißen Streifen, etwa die Gerd Müller Spezial, die einmal 40 Saisontore oder 68 Treffer in 62 Länderspiele garantierten, gibt es schon länger nicht mehr. Mertesacker trägt ein Modell mit der Grundfarbe "Bright Blue" mit ordentlich roten Streifen.

Die Schuhe werden für die Stars individualisiert, etwa, wenn es um orthopädische Besonderheiten geht. Auf die Farben haben die Profis keinen Einfluss, sagte der für das Schuhwerk zuständige Manager Daniel Delonga. Wohl aber auf die Gestaltung. Ungewöhnlich ist der von seinem Bayern-Klubkollegen Toni Kroos, der weder seinen noch den von Familienmitgliedern gewählt hat. Kroos hat die Namen seiner Hunde, den Beagle-Rüden Lennox und Julius gewählt. Bastian Schweinsteigers Adipure hat den roten Schriftzug seiner Lebensgefährtin Sarah auf dem Latschen. Es gäbe aber Spieler, verriet Delonga, der auf dem Schuh den Namen seiner Frau und seiner Freundin trage. Aber der käme nicht aus Deutschland. (dapd)

 

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