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Traditionelle chinesische Medizin Der Mensch ist von Geburt an mit Himmel und Erde verbunden

Epoch Times Deutschland

03.05.2010

Foto: Cat Rooney/The Epoch Times

Foto: Cat Rooney/The Epoch Times

Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) gehört zu der ältesten Heilkunde der Menschheit, mit der man wirkungsvoll auf natürliche Weise und ganzheitlich Krankheiten vorbeugen, ihnen entgegenwirken und sie sogar heilen kann. Im alten China vor ca. 5.000 Jahren behandelten sich die meisten Chinesen selbst mit TCM, um ihren Körper gesund zu halten. Zu Anfang wurden ausschließlich die Massage und Kratzbehandlung praktiziert, bei denen spezielle Punkte am Körper, so genannte Akupunkturpunkte, massiert bzw. mit einem Löffel „gekratzt" wurden. Diese Punkte stehen in Verbindung mit bestimmten Organen, deren Energiefluss durch Massage oder durch Kratzbehandlung angeregt und gefördert wird, so dass Selbstheilungskräfte aktiviert werden. Erst später kam die Wärmebehandlung mit Moxa-Stäbchen hinzu, die verbrannt werden und deren Wärme nahe an den Akupunkturpunkten abgegeben wird. Zuletzt gibt es noch die Behandlung mit Heilkräutern und die Akupunktur, bei der die Punkte am Körper mit Nadeln behandelt werden. Dies sind die Grundpfeiler der TCM, die auch heute noch von Medizinern in China praktiziert und nun auch vermehrt im Westen von westlichen Ärzten als alternative Behandlungsmethoden entdeckt werden.

Bei welchen körperlichen Beschwerden TCM auch für Menschen im Westen geeignet ist und welche Weltanschauung und wissenschaftlichen Erkenntnisse dieser scheinbar einfach zu praktizierenden Heilkunde zu Grunde liegen, darüber sprach die Epoch Times mit Frau Xin Li, die seit Januar 2006 in Hamburg eine Praxis mit vier Mitarbeiterinnen leitet. Zu ihren Mitarbeitern gehört eine Ärztin mit 27 Jahren Berufserfahrung sowie Fachpersonal mit 11- und 12-jähriger Erfahrung. Frau Li selbst absolvierte nach ihrem Germanistikstudium in Deutschland eine Ausbildung in traditioneller chinesischer Medizin am TCM-Forschungsinstitut in Peking. Sie kehrte anschließend nach Deutschland zurück, um das entsprechende Wissen und die Verfahren in Deutschland weiter bekannt zu machen.

Epoch Times: Frau Li, wenn man hört, dass man mit Massage heilen kann, hört sich das erst einmal unglaublich an. Ist das wirklich so wirkungsvoll?

Li: Ja, dahinter verbirgt sich eine komplexe, sehr alte Wissenschaft, die auch nicht einfach zu erlernen ist. Sicher haben Sie schon einmal etwas von Meridianen gehört. Im Grunde genommen basiert TCM auf der Entdeckung der Meridiane, also der Energiebahnen im Körper, durch die das Qi, die Lebensenergie, fließt. Wo es Blockaden gibt, dort entstehen Krankheiten, deswegen kann man mit Massagen, Moxa-Behandlungen oder Akupunktur solche Blockaden lösen und Krankheiten heilen.

Epoch Times: Woher weiß man von diesen Energiebahnen?

Frau Li vor den Portraits der alten, weisen Ärzte welche die traditionelle Medizin Chinas begründeten.
Frau Li vor den Portraits der alten, weisen Ärzte welche die traditionelle Medizin Chinas begründeten.

Foto: The Epoch Times

Li: Bis heute ist es immer noch ein Rätsel, wie die Menschen in der früheren Zeit die Meridiane entdeckt haben. In den alten Aufzeichnungen von früher kann man nachlesen, dass es damals Menschen gab, die die Meridiane mit ihren eigenen Augen sehen konnten. Die berühmten alten chinesischen Ärzte wie Hua Tuo, Li Shizhen und Bian Que hatten alle besondere Fähigkeiten. Sie waren aber ganz selten. Es gab auch Menschen, bei denen sich, wenn sie Fieber hatten, alle Meridiane rot verfärbten. Bis Mitte der 90er Jahre blieb das ein Rätsel, bis man sie schließlich mit einer Temperaturmessmethode wissenschaftlich nachweisen konnte.

Epoch Times: Was sind die häufigsten Beschwerden, mit denen Sie zu tun haben?

Li: Viele, die zu uns kommen, haben Probleme im Nacken- und Rückenbereich, aber natürlich gibt es auch welche, die mit ernsthafteren Krankheiten zu uns kommen. In manchen Fällen ist eine Operation notwendig, da kann TCM nur ergänzend wirken; doch in vielen Fällen kann man durch TCM-Behandlungen und einer gesunden Lebensweise und Ernährung  viele Krankheiten behandeln, lindern und sogar mit schweren Krankheiten wie zum Beispiel Krebs ein langes Leben führen.

Epoch Times: Was verstehen Sie unter einer gesunden Lebensweise?

Li: Aus Sicht der traditionellen chinesischen Wissenschaft sind der Mensch, der Körper und die Seele von Geburt an mit dem Himmel und der Erde verbunden. Nach dieser Wissenschaft besteht der Kosmos aus den fünf Elementen Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser, die einander fördern und hemmen können. Dank Wasser kann zum Beispiel Holz wachsen. Der Tag und die Umgebung, in der man geboren wird, prägen den Charakter und die Eigenschaften des Menschen und daran kann man erkennen, welche Nahrungsmittel für einen Menschen gut sind.

Es gibt zum Beispiel viele Menschen, die manche Nahrungsmittel nicht vertragen, wie bei einer Laktose-Unverträglichkeit. Das liegt eben auch an diesen Eigenschaften und das kann man ebenfalls am Geburtsdatum erkennen. Diese Eigenschaften können sich manchmal verändern, wenn man für lange Zeit in einer anderen Umgebung lebt.

Epoch Times: Welche Nahrungsmittel sind für Menschen in Norddeutschland geeignet?

Li: Für Menschen, die in Norddeutschland geboren sind, eignen sich auch die Nahrungsmittel am besten, die in dieser Region wachsen, zum Beispiel Kartoffeln und Äpfel. Man sollte besser Nahrungsmittel wie Kokosnuss, Ananas oder Bananen meiden, die aus tropischen Regionen kommen und sehr kalte Eigenschaften haben. Diese sind eher für die Menschen geeignet, die in tropischen Regionen unter sehr heißen klimatischen Bedingungen leben. Allerdings kann man heute aufgrund der Globalisierung der Wirtschaft fast alles kaufen. Früher war das aber nicht so. Wenn man mal genau überlegt, die Bananen, die Avocado und viele andere tropische Früchte sind mehrere Tage unterwegs, dadurch verlieren sie auch ihre Nahrhaftigkeit.

Epoch Times: Können Sie uns zum Abschluss sagen, was einen erwartet, wenn man sich für eine TCM-Behandlung entscheidet?

Li: Als erstes erstellen wir eine Diagnose, wobei wir genau zuhören und nachfragen, mit welchen Beschwerden es der Patient zu tun hat. Dabei spielt die Pulsmessmethode eine wichtige Rolle, das unterscheidet sich vom Blutdruckmessen in der westlichen Medizin. Der Puls gibt sehr viel Aufschluss über die körperliche Verfassung eines Menschen. Dann wird noch ein Blick auf die Zunge geworfen im Hinblick auf Farbe, Beschaffenheit und Geruch. Falls sich nach einigen Behandlungen keine Besserung einstellt, machen wir eine genauere Analyse anhand des Geburtsdatums. Meist reichen allerdings ca. sieben Behandlungen aus, bis eine Verbesserung oder ein vollständiger Rückgang der Beschwerden zu verzeichnen ist. Danach kann man den Behandlungsrhythmus vergrößern.

Epoch Times: Vielen Dank für das Gespräch.

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