Aktuelle Nachrichten – Städtereisen & Kulturreisen
26.12.2009
Foto: Bernd Kregel
Auf Väterchen Frost ist Verlass. Nachsichtig wirft er während der kalten Jahreszeit seine weiße Decke über das Land, als wolle er Mütterchen Russland vor allzu großer Kälte bewahren. Auch Moskau profitiert von dieser weißen Fülle. Und hier vor allem der Rote Platz im Zentrum der Hauptstadt, der sich dem Betrachter als ein wahres architektonisches Wintermärchen präsentiert. Wie mit Puderzucker bestreut wirken seine Zwiebeltürme und Häuserfassaden.
Das Historische Museum am Kopfende des Platzes ist nicht wieder zu erkennen. Seine mit rotem Backstein erbaute Fassade wirkt nun wie ausgewechselt. Durch die weißen Linien auf den Simsen und Vorsprüngen werden die filigranen Konturen jetzt erst richtig erkennbar und zeigen die zarte Schönheit des sonst so wuchtig wirkenden Gebäudes. Auch die gegenüber liegende Basilius-Kathedrale profitiert von dieser Extra-Ausstattung. Erbaut von Iwan dem Schrecklichen, ist sie mit ihren phantasievollen, bunt verzierten Zwiebeltürmen ohnehin eine Augenweide. Doch nun sorgen die winterlichen Schneekappen für einen zusätzlichen Reiz.
Foto: Bernd Kregel
Eher abweisend dagegen die Kremlmauer an der Längsseite. Bis hoch hinauf zu den Zinnen ist sie bedeckt mit glitzernden Eiskristallen. Doch darüber thronen die prächtigen Kirchenkuppeln, die aus der langen und bewegten Geschichte des Zaren- und Sowjetreiches so manche Geschichte zu erzählen wüssten. Bleibt noch die gegenüber liegende letzte Begrenzung des Roten Platzes, das festlich erleuchtete Kaufhaus GUM. Ein Repräsentationsgebäude aus der Zarenzeit, das heute mit seiner fassadenbreiten Leuchtschrift der Moderne seinen Tribut zollt. Von draußen, besonders bei Schneetreiben, ein Gedicht.
Foto: Bernd Kregel
Auch an diesem Silvesterabend. Aus allen Teilen der Stadt strömen die Menschen auf dem Roten Platz zusammen. Denn hier findet von einem breiten Podium aus für das gesamte Russland die zentrale Neujahrsfeier statt. Bei genauem Hinsehen überwiegen jedoch die einfachen Leute. Denn wer im Luxus lebt, der feiert eher auf einer standesgemäßen Party bei Krimsekt und Kaviar. Und dann endlich ist es soweit. Die Zeiger auf dem riesigen Zifferblatt des Kreml-Eingangstores rücken vor auf die Zwölf, und der überall im ganzen Land gehörte Glockenschlag verkündet den Jahreswechsel: „Frohes Neues Jahr!" Selbst Fremde liegen sich in den Armen und genießen die einmalige Atmosphäre, die den Roten Platz in diesem Moment auch für mich in den Rang eines Lieblingsplatzes erhebt.
Nicht alle touristischen Ziele sind in der Erinnerung gleichrangig. Besonders bleiben die Orte in der Erinnerung haften, die auf irgendeine Weise auch die Seele des Reisenden erreicht haben - Orte des Wohlfühlens und des persönlichen Erlebens.
In der Reihe Lieblingsplätze - Orte, an denen die Seele baumelt - stellt unser Autor Bernd Kregel in lockerer Folge solche Orte des positiven Erinnerns vor.
01. Piazza San Marco, Venedig / Italien
02. Kathedralenplatz, Santiago de Compostela / Spanien
03. Montmartre, Paris / Frankreich
04. Münsterkreuzgang, Bonn / Nordrhein-Westfalen
05. Ohlsdorfer Parkfriedhof, Hamburg
06. Suomenlinna, Helsinki / Finnland
07. Askona, Lago Maggiore / Italien08. Oriental, Bangkok / Thailand
09. Santorin, Ägäis / Griechenland
10. Piazza Navona, Rom / Italien 11. Four Seasons Hotel, Amman /Jordanien 12. Puente la Reina, Navarra / Spanien 13. Dubrovnik, Adria / Kroatien 14. Aleppo / Syrien 15. Katharinenkloster, Wüste Sinai / Ägypten 16. Museum für Islamische Kunst in Doha / Qatar 17. Rick´s Café, Casablanca / Marokko 18. Schauplatz "Dritter Mann", Wien / Österreich 19. Soma Bay, Rotes Meer / Ägypten 20. Schloss Hellbrunn, Salzburg / ÖsterreichHier können Sie sich im Newsletter eintragen.
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