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Deutsch-russischer Luftfahrtkrieg entbrannt

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31.10.2007

Frankfurt/Main – Zwischen Deutschland und Russland ist ein regelrechter Kleinkrieg um die gegenseitigen Überflug- und Landerechte entbrannt. Wie ein Sprecher von Lufthansa Cargo am Mittwoch auf Anfrage bestätigte, hat Russland der deutschen Fluggesellschaft mit Wirkung vom Sonntag Frachtflüge über sein Territorium untersagt. Im Gegenzug verhängten die deutschen Behörden vorübergehend ein Einflugverbot gegen die russische Fluggesellschaft Aeroflot. Die Bundesregierung bemüht sich im Kontakt mit Moskau intensiv um eine Entspannung der Lage.

Der Sprecher der Lufthansa-Frachttochter, Peter Schneckenleitner, sagte der AP: „Seit 28. Oktober, 00.00 Uhr, besteht das Überflugverbot für die Lufthansa.“ Es gelte auf dem Weg von und nach Astana, wo es ein Drehkreuz der Fluggesellschaft für Kasachstan gebe. Zurzeit umfliege die Lufthansa bei ihren wöchentlich 49 Verbindungen den russischen Flugraum. Ein solcher Umweg dauere hin und zurück drei Stunden länger. „Wir haben einen Notflugplan mit deutlichen Verspätungen“, sagte der Sprecher. Passagierflüge seien nicht betroffen.

Als Grund für das Überflugverbot nannte Schneckenleitner einen Streit über die Höhe der dafür zu entrichtenden Gebühren. Nach einer Meldung der Tageszeitung „Die Welt“ mussten die europäischen Luftfahrtgesellschaften im vergangenen Jahr insgesamt fast 300 Millionen Euro an Gebühren für das Überfliegen Russlands bezahlen.

Die Bundesregierung hat nach Angaben eines Sprechers des Verkehrsministeriums Gespräche mit den zuständigen russischen Behörden aufgenommen. Über deren Inhalt wollte der Sprecher aber keine Angaben machen. Der Sprecher von Lufthansa Cargo zeigte sich zuversichtlich, dass eine baldige Lösung gefunden wird. Andernfalls sehe sich die Fluggesellschaft gezwungen, die Zahl ihrer Flüge in die Region zu reduzieren.

Aeroflot teilte in Moskau mit, die ihr erst am Freitag für den Winterflugplan erteilte Einfluggenehmigung zu verschiedenen Flughäfen in Deutschland sei am Montag widerrufen worden. Daraufhin habe sich die Fluggesellschaft mit der Bitte um rechtlichen Beistand an das russische Transportministerium gewandt, und am Dienstagabend sei dann von deutscher Seite die Einfluggenehmigung doch wieder in Kraft gesetzt worden.

Eine Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums in Berlin wollte zu dem Vorgang auf Anfrage nicht Stellung nehmen. Es bestehe aber derzeit kein Flugverbot für Aeroflot nach Deutschland. Dagegen sei das russische Überflugverbot für die Lufthansa weiter in Kraft.

FDP kritisiert Merkel und Putin

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Harald Leibrecht warf der Bundesregierung Versagen vor. Noch bei den kürzlich stattgefundenen Regierungskonsultationen hätten Bundeskanzlerin Angela Merkel und der russische Präsident Wladimir Putin betont, wie gut es um die beiderseitigen Beziehungen stehe. Der Streit um die Flugrechte entlarve dies aber alles als Augenwischerei, offenbar seien bestehende Probleme einfach unter den Teppich gekehrt worden. (AP)

 

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