Auto und Verkehr - Aktuelle Nachrichten – Deutsche Autoindustrie zu Beginn der Detroit-Messe stark wie nie – Claus-Peter Tiemann
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Messe in den USA Deutsche Autoindustrie zu Beginn der Detroit-Messe stark wie nie

Claus-Peter Tiemann

09.01.2012

Der größte US-Konzern GM zeigt den BMW 3er-Herausforderer Cadillac ATS. Foto: Pail Sancia/AP Photo
Der größte US-Konzern GM zeigt den BMW 3er-Herausforderer Cadillac ATS.

Foto: Pail Sancia/AP Photo

Detroit – VW-Chef Martin Winterkorn wollte es selber machen: "8,156 Millionen Pkw", verkündete der 64 Jahre alte Manager in einer Ecke der Detroiter Jazzkneipe Cliff Bell's das Jahresergebnis 2011. Und weil es nicht alle Zuhörer bei der lauten Musik verstanden hatten, schrieb Winterkorn die Zahl kurzerhand auf einen Notizblock, ehe er mit den anderen VW-Topmanagern und ihren Gästen das Rekordergebnis feiern ging.

Wie dem Konzern aus Wolfsburg geht es allen drei deutschen Autoherstellern. Auch Daimler, Audi und BMW legten rechtzeitig zur Messe die besten Absatzzahlen ihrer Geschichte vor. Doch in die Freude mischt sich auch Unsicherheit über die nächsten zwölf Monate. Wie geht es weiter in der Schuldenkrise Europas, wo schon erste große Automärkte einbrechen? Erholt sich die US-Wirtschaft im Jahr der Präsidentschaftswahl? Bleibt der Wachstumskurs in China stabil?

Alle drei großen Sorgenthemen können die Autokonzerne nicht selbst steuern. Sie tun also das, was sie können und bringen neue Autos mit:

Die neue Generation des Top-Sportwagens SL bei Mercedes ist voraussichtlich einer der Hingucker auf der Show. Konzernchef Dieter Zetsche zeigte das Muskelpaket bereits am Vorabend ausgewählten Gästen. Der Wagen ist leichter als die vorige Generation, verbraucht weniger, soll aber trotzdem nicht weniger sportlich sein. Zetsche könnte einen Erfolg des SL gut gebrauchen, denn Mercedes ist im Wettlauf um die Top-Position der drei weltweit führenden Luxusmarken BMW, Audi und Mercedes auf den dritten Platz abgerutscht.

Spitzenreiter BMW zeigt die neue Generation des wichtigsten Autos, des 3ers. Vorstandsmitglied Ian Robertson nannte den Wagen "die beste BMW-3er-Limousine, die je gebaut wurde". Er rechnet nach 1,67 Millionen BMW und Minis im Jahr 2011 mit weiterem Wachstum 2012.

Verfolger Audi zeigt den gelifteten A4, den direkten Gegner des BMW 3er. Vorstandschef Rupert Stadler machte schon vor der Messe klar, dass Audi weiter nach oben will als die geschätzten 1,3 Millionen Autos für 2011. In einem Interview sagte er, ein neues Werk in den USA sei praktisch beschlossene Sache, nur der Termin noch offen. Die Audi-Schwestermarke Porsche zeigt nach einem Rekordjahr das 911er Cabrio, für das die USA der wichtigste Markt sind.

VW bastelt am Öko-Image

Die Marke VW selber gibt sich in Detroit nicht so sportlich wie die deutsche Konkurrenz: Der Jetta Hybrid wird vorgestellt sowie eine Studie des Beetle mit Stromantrieb. VW bastelt in den USA mit Macht an einem Öko-Image: Die neue Fabrik in Chattanooga im Bundesstaat Tennessee läuft mit CO2-frei erzeugtem Strom; der Anteil der Dieselmotoren am Absatz wird in die Höhe getrieben.

Aber die Auslandskonkurrenz schläft nicht: Das unter der Leitung von Fiat wieder auferstandene Unternehmen Chrysler zeigt den Dodge Dart – ein sparsamer Kleinwagen, abgeleitet von einem Alfa-Romeo-Modell.

Ford zeigt den Mittelklassewagen Fusion, der später abgewandelt als Mondeo auch nach Deutschland kommen könnte. Der Wagen kommt mit allerlei Spritspar-Technik wie Start-Stopp oder einer Hybrid-Variante.

Der größte US-Konzern GM zeigt den BMW 3er-Herausforderer Cadillac ATS. BMW ist mit der kleinen Limousine enorm erfolgreich in den USA, der ATS ist sichtbar sportlich designt, um hier zu wildern.

 

(dapd)

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