Menschen & Meinungen – Deutsche Großstädter besorgt über Arbeitslosigkeit und Integration – DAPD
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Deutsche Großstädter besorgt über Arbeitslosigkeit und Integration

DAPD

26.07.2007

Brüssel – Die Integration von Ausländern wird in deutschen Großstädten kritischer beurteilt als in anderen Metropolen. Das geht aus einer Umfrage in 75 europäischen Städten hervor, die am Donnerstag von der EU-Kommission in Brüssel veröffentlicht wurde. Auch die Arbeitsmarktchancen wurden von den Bewohnern der sieben beteiligten deutschen Städte überwiegend negativ eingeschätzt. Besonders pessimistisch zeigten sich die Bürger von Frankfurt an der Oder: Die brandenburgische Stadt landete in der Frage nach der allgemeinen Lebenszufriedenheit auf Rang 70 von 75.

Das Zusammenleben von Deutschen und Ausländern bereitet vor allem den Berlinern Sorge: Nur 27 Prozent der befragten Hauptstädter bejahten die Aussage, Ausländer seien gut integriert. Damit liegt Berlin europaweit auf dem drittletzten Platz. Noch niedriger fiel die Zustimmung nur in den schwedischen Großstädten Malmö und Stockholm aus.

Auffällig ist, dass sich in dieser Frage alle sieben in die Erhebung einbezogenen deutschen Städte im unteren Drittel wiederfinden. So zeigte sich auch in Dortmund, Essen und Hamburg eine Mehrheit der Befragten mit der Integration der in diesen Städten lebenden Ausländer unzufrieden. Einigermaßen ausgeglichen fiel das Meinungsbild nur in Leipzig, München und Frankfurt an der Oder aus.

Frust in Frankfurt an der Oder

Insgesamt zählen die Bürger von Frankfurt an der Oder zu den unzufriedensten in den Großstädten Europas. Hauptgrund dafür dürfte die hohe Arbeitslosigkeit sein: 95 Prozent der befragten Frankfurter erklärten, es sei schwierig, an der Oder einen Arbeitsplatz zu finden – so viele wie sonst nur in Palermo und Neapel. Bei den Arbeitsmarktchancen landeten auch Berlin, Leipzig und Dortmund unter den letzten zehn, in Essen erklärten fast 70 Prozent der Befragten die Arbeitsplatzsuche für schwierig. Hamburg liegt im Mittelfeld der 75 europäischen Städte, München erreichte mit Rang 16 einen guten Platz.

Bei der Bewertung der Lebensqualität insgesamt schneiden nur Athen, Neapel, Istanbul, Bukarest und Diyarbakir schlechter ab als Frankfurt an der Oder. Zwar erklärten rund 80 Prozent der Befragten, sie seien mit dem Leben in der brandenburgischen Stadt ziemlich oder sogar vollkommen zufrieden. Der Anteil der Unzufriedenen liegt mit knapp 20 Prozent aber höher als in den meisten anderen in die Erhebung einbezogenen Städten. Nur wenig besser als Frankfurt an der Oder kommt überraschenderweise London weg, das von seinen Bewohnern die siebtschlechteste Bewertung erhielt.

Leipzig dagegen eroberte mit nur drei Prozent Unzufriedenen einen sehr guten Platz, den es allerdings mit einer ganzen Reihe weiterer Städte teilt. Die sächsische Metropole erhielt zudem die beste Bewertung, was die Wohnungspreise betrifft: 72 Prozent der befragten Leipziger stimmten der Aussage zu, es sei „leicht, eine gute Wohnung zu einem vernünftigen Preis zu finden“. In dieser Rubrik fuhren auch Dortmund, Berlin und Essen gute Ergebnisse ein, das teure München dagegen landete auf einem der untersten Ränge.

Für die Erhebung wurden je Stadt rund 500 Bürger befragt. Erfasst wurden 75 Städte in allen 27 EU-Staaten sowie in Kroatien und der Türkei. (AP)

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