Umwelt – Deutsche Klimaforscher fordern nach Daten-Skandal Reformen – DAPD
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Weltklimagipfel in Kopenhagen Deutsche Klimaforscher fordern nach Daten-Skandal Reformen

DAPD

05.12.2009

Der Kieler Meteorologe Mojib Latif wünscht sich einen besseren Zugang aller Forscher zu den Rohdaten, die den Klimamodellen zugrunde liegen.  AP Photo/Jan M. Olson
Der Kieler Meteorologe Mojib Latif wünscht sich einen besseren Zugang aller Forscher zu den Rohdaten, die den Klimamodellen zugrunde liegen. AP Photo/Jan M. Olson

Hamburg – Nach der Veröffentlichung gehackter E-Mails eines renommierten englischen Klima-Instituts fordern deutsche Forscher Reformen in der Klimaforschung. „Wir können nicht einfach weitermachen wie bisher“, sagte der Hamburger Klimatologe Hans von Storch dem „Spiegel“ nach einer Vorabmeldung vom Samstag. „Wir brauchen grundlegende Reformen sowohl beim Weltklimarat, aber auch in der Frage, wie wir mit den Rohdaten für unsere Klimastatistiken umgehen.“

Die E-Mails, unter anderen des britischen Klima-Modellierers Phil Jones und seines Kollegen Michael Mann aus den USA, zeugten von einem Sittenverfall der Zunft, wo Kritiker bedrängt und deren Publikationen etwa aus dem Bericht des Weltklimarats herausgehalten werden sollten. „In Zukunft sollten Leitautoren des Weltklimarats nicht mehr zu den dominanten Forschern eines Gebietes gehören, die dann den eigenen Veröffentlichungen und jenen ihrer Kumpels eine besonders starke Deutungskraft zuerkennen“, wurde von Storch weiter zitiert.

Der Kieler Meteorologe Mojib Latif wünscht sich einen besseren Zugang aller Forscher zu den Rohdaten, die den Klimamodellen zugrunde liegen: „Was wir brauchen, ist maximale Transparenz. Sonst werden uns die Vorwürfe der Klimaskeptiker ewig begleiten“, sagte er dem Blatt zufolge.

Unberechtigte Einwahlversuche beim Potsdam-Institut

Unterdessen gab es laut „Spiegel“ auch Versuche, in das Computernetzwerk des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung einzubrechen. „Seit den letzten drei Wochen registrieren wir eine Häufung von unautorisierten Einwahlversuchen“, sagte dessen Systembetreuer Karsten Kramer dem Blatt. Er vermute, dass die Eindringlinge „Datendiebstahl oder Sabotage“ im Schilde führten.

Bei dem Hacker-Angriff auf das Klima-Institut der University of East Anglia im ostenglischen Norwich waren Tausende E-Mails und Daten gestohlen und anschließend in Blogs veröffentlicht worden. Leugner des Klimawandels hatten nach dem Datenklau in Internetforen geschrieben, die Dokumente offenbarten eine geheime Absprache zwischen Wissenschaftlern, wonach das Ausmaß der Klima-Erwärmung übertrieben werden solle. Andere Experten hatten erklärt, die Veröffentlichung sei nur ein Versuch, vor dem Weltklimagipfel in Kopenhagen Dissens zu streuen.

Institutsdirektor Phil Jones bestätigte bereits Ende November die Echtheit seiner von Bloggern zitierten E-Mails, jedoch den Vorwurf der Datenmanipulation zurückgewiesen. Jones war am Dienstag bis zur vorbehaltlosen Klärung aller Vorwürfe zurückgetreten. Die Polizei leitete wegen des Daten-Diebstahls Ermittlungen gegen Unbekannt ein. (AP)

 

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