Berlin – Die deutsche Marine ist derzeit mit vier Schiffen, vier Hubschraubern und einem Flugzeug an dem Einsatz gegen die Piraten im Golf von Aden beteiligt. Die Besatzungen summieren sich auf rund 700 Soldaten. Angesichts der angespannten Lage im Einsatzgebiet hat die Bundeswehr ihr Kontingent für die Anti-Piraten-Mission der EU „Atalanta“ deutlich aufgestockt. Ursprünglich war nur eine deutsche Fregatte mit 220 Soldaten beteiligt. In den vergangenen Wochen wurde die Truppenstärke mehr als verdreifacht: Drei Schiffe aus anderen Einsatzverbänden wurden abgezogen und in den Kampf gegen die Piraten geschickt.
Am meisten Erfahrung mit der Piratenjagd hat die Besatzung der „Rheinland-Pfalz“. Die Fregatte patrouilliert seit Februar vor der somalischen Küste. Unterstützung bekam sie am 23. März von der Fregatte „Emden“ und dem Versorger „Spessart“, die aus einem NATO-Verband abgezogen wurden. Die „Spessart“ wurde nur eine Woche später von Piraten beschossen. Es wurde aber niemand verletzt. Die Angreifer wurden später gefasst und an die kenianische Justiz übergeben.
Vor einer Woche wechselte auch die „Mecklenburg-Vorpommern“ zu „Atalanta“. Die Fregatte kontrollierte vorher im Rahmen der Anti-Terror-Operation „Enduring Freedom“ den Schiffsverkehr am Horn von Afrika. Wie die „Rheinland-Pfalz“ hat auch die „Mecklenburg-Vorpommern“ zwei Hubschrauber vom Typ „Sea Lynx Mk 88“ an Bord. Seit Samstag ist zudem ein Aufklärungsflugzeug der Bundeswehr vom Typ „P-3C Orion“ im Einsatz gegen die Piraten.
Die Aufstockung des deutschen Kontingents ist von dem am 19. Dezember beschlossenen und für ein Jahr geltenden Bundestagsmandat gedeckt. Danach können bis zu 1.400 Bundeswehrsoldaten an der EU-Mission teilnehmen. (AP)