Unternehmen – Deutsche Reeder blicken trotz Boom-Ende optimistisch nach vorn – Simone Utler
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Optimismus Deutsche Reeder blicken trotz Boom-Ende optimistisch nach vorn

Simone Utler

27.12.2008

Containerschiffe am Burchardkai im Hafen in Hamburg.  (AP Photo/Axel Heimken)
Containerschiffe am Burchardkai im Hafen in Hamburg. (AP Photo/Axel Heimken)

Hamburg – Die Reeder in Deutschland lassen sich auch von der Wirtschaftskrise nicht von ihrem Kurs Richtung Wachstum abbringen. „Das Jahr 2008 ist für die Schifffahrt ein Jahr des Wandels, aber nicht der Wende“, sagt der Vorsitzende des Verbands Deutscher Reeder (VDR), Michael Behrendt, und fügt hinzu: „Wir sehen trotz aller Schwierigkeiten mittel- bis langfristig zuversichtlich in die Zukunft.“ Nach Einschätzung mehrerer Prognoseinstitute werde es bereits im dritten Quartel 2009 wieder bergauf gehen.

Für das Jahr 2008 muss der Verbandschef jedoch einräumen: „Der Boom der zurückliegenden Jahre ist vorbei.“ Die Containerschifffahrt legt in diesem Jahr in Folge des gebremsten Wachstums von Weltwirtschaft und Welthandel voraussichtlich nur noch um rund sieben Prozent zu – in den vergangenen sechs Jahren ist die Branche durchschnittlich um mehr als zehn Prozent gewachsen.

Die internationale Schifffahrt bekam laut VDR 2008 einen Abschwung bei den beförderten Mengen zu spüren. In der Containerschifffahrt wurde vor allem der Zeitcharterbereich bei kleinen und mittleren Schiffen von Einbußen von 30 Prozent und mehr getroffen. Die Linienschifffahrt litt vor allem auf der Route zwischen Europa und Asien unter gesunkenen Frachtraten.

Den stärksten Einbruch mussten demnach Massengutschiffe hinnehmen, die Erz und Kohle aus Australien oder Brasilien nach Indien oder China transportieren. Neben der gesamtwirtschaftlichen Lage schlugen 2008 auch die hohen Kosten für Treibstoff und Personal negativ zu Buche.

Schon andere Krisen gemeistert

„Die Schifffahrt muss sich für einige Jahre auf schwierige Zeiten einstellen“, räumt der VDR-Vorsitzende ein, bleibt aber trotzdem optimistisch: „Die Branche befindet sich nicht in einer strukturellen Krise.“ Langfristig sei mit dem Wachstum des Welthandels und steigendem Transportbedarf zu rechnen. Die Erfahrung zeige auch, dass sich die Konjunktur oft langsamer erhole als der Transport. Auch habe die Branche schon andere Krisen gemeistert.

Die Entwicklung der Seeschifffahrt in den nächsten Jahren hängt laut Behrendt maßgeblich von den neu in den Markt kommenden Kapazitäten ab. Derzeit betrage der Weltauftragsbestand knapp 10.000 Handelsschiffe, davon kommen zirka 1.300 Aufträge aus Deutschland. Die deutsche Handelsflotte belegt mit rund 3.350 Schiffen derzeit Platz drei in der Welthandelsflotte. (AP)

 

 

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