Gesundheit - Aktuelle Nachrichten, Ratgeber und Berichte – Deutsche sehen Schweinegrippe-Impfung skeptisch – Uwe Gepp
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Aktuelle Nachrichten – Gesundheit

Nebenwirkung Deutsche sehen Schweinegrippe-Impfung skeptisch

Uwe Gepp

17.10.2009

(AP Photo/Frank Augstein)
(AP Photo/Frank Augstein)

Frankfurt/Main – Gut eine Woche vor Beginn der bundesweiten Impfaktion gegen die Schweinegrippe sind die Menschen in Deutschland mehrheitlich skeptisch. Mehr als die Hälfte der Bundesbürger hält eine Impfung gegen das H1N1-Virus nicht für nötig, wie eine Umfrage ergab. Nach der Diskussion über mögliche Nebenwirkungen bestellte Thüringen zusätzlich Impfdosen ohne Zusatzstoffe. Ärzte mahnten am Freitag, die bevorstehende Saison der normalen Grippe nicht zu unterschätzen und sich auch dagegen impfen zu lassen. Das Bundesverbraucherschutzministerium gab den geplanten Aufbau einer internationalen Influenza-Datenbank in Bonn bekannt.

39 Prozent der Bundesbürger würden sich auf keinen Fall impfen lassen und jeder Vierte (27 Prozent) würde wahrscheinlich nicht zur Impfung gehen, ergab eine Umfrage von Infratest dimap für das ARD-Morgenmagazin. Jeder Zweite macht sich demnach überhaupt keine Sorgen wegen der Schweinegrippe. Nur 19 Prozent würden sich wahrscheinlich mit einer Impfung schützen. Immerhin 12 Prozent der 1.000 Befragten sind sich ganz sicher, dass sie eine Impfung wollen. Die Massenimpfungen sollen am 26. Oktober beginnen.

„Impfstoff ist nicht schädlich“

Der Sprecher des Thüringer Gesundheitsministeriums, Thomas Schulz, sagte MDR Info, zu den bisher bestellten 50 Millionen Impfdosen seien zusätzlich weitere Impfstoffe ohne Zusatzstoffe bestellt worden. Es handele sich um eine kleinere Menge, die im November zur Verfügung stehe. Damit habe der Arzt dann „ein Mittel für die Mehrheit der Menschen ohne Vorerkrankung zur Verfügung und ein Mittel für besonders empfindliche Menschen“.

Schulz betonte, alle Impfstoffe seien „gleichermaßen sicher. So wie es verschiedene Kopfschmerztabletten gibt, gibt es auch verschiedene Impfstoffe“. Bei Impfstoffen mit Zusatzstoffen könnten als Nebenwirkungen leichte Rötungen oder leichte Kopfschmerzen auftreten. Diese Nebenwirkungen seien aber unerheblich im Vergleich zu einer Grippe-Erkrankung.

Ärzte: Normale Grippe nicht unterschätzen

Angesichts der bevorstehenden Grippesaison riefen Ärzte zur Impfung auf. Die Gefahr einer Epidemie der saisonalen Grippe gehe in der Diskussion um die Schweinegrippe fast unter, kritisierte der Präsident der bayerischen Gesellschaft für Impfwesen, Nikolaus Frühwein. „Die normale Grippeimpfung ist wichtiger denn je“, sagte er. Denn niemand könne vorhersagen, was passiere, wenn das Virus der saisonalen Grippe und das der Schweinegrippe aufeinandertreffen. So könne es etwa zu einem schwereren Verlauf der herkömmlichen Grippe kommen.

Frühwein warnte davor, die saisonale Grippe angesichts der Schweinegrippe zu unterschätzen. Auch die normale Grippe könne lebensbedrohlich werden und koste jährlich etwa 8.000 bis 10.000 Menschen das Leben. Er rief dazu auf, sich bereits jetzt – noch vor Beginn der Impfung gegen Schweinegrippe am 26. Oktober – gegen die saisonale Grippe impfen zu lassen. Wer beide Impfungen wolle, solle einem Expertenrat folgen und zwei Wochen Abstand einhalten.

Neue Viren-Datenbank in Bonn

In Bonn soll eine internationale Influenza-Datenbank aufgebaut werden. Man habe eine Absichtserklärung mit der „Global Initiative on Sharing All Influenza Data“ (GISAID-Stiftung) erzielt, teilte das Verbraucherschutzministerium mit. Mit der Ansiedlung der Datenbank „möchten wir den schnellen Datenaustausch über neu auftretende Influenza-Viren unterstützen“, sagte Ministerin Ilse Aigner (CSU). Ziel der Initiative ist der weltweite freie und unentgeltliche Austausch genetischer, epidemologischer und klinischer Daten über bekannte und neue Influenzaviren. Derzeit beteiligten sich Wissenschaftler aus mehr als 140 Ländern. (AP)

 

 

 

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