Aktuelle Nachrichten – Umwelt
08.05.2012
Foto: dapd/Photo
Berlin – Die Dienstwagen deutscher Spitzenpolitiker, vom Ministerpräsidenten bis zum Staatssekretär, kommen in der jüngsten Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) wieder schlecht weg. Die Umweltschützer kritisierten am Dienstag insbesondere die Autos mehrerer Ministerpräsidenten wegen "Übermotorisierung" und dem Ausstoß von zu viel klimaschädlichem Kohlendioxid. Im Bundeskabinett sieht es etwas besser aus. Den schlimmsten Klimakiller fährt hier Gesundheitsminister Daniel Bahr.
Die DUH nahm sich zum sechsten Mal die Dienstwagen von Bundeskabinett und Landesregierungen vor. Dabei schaut sich die Organisation Deutsche Umwelthilfe unter anderem den Ausstoß an klimaschädlichem Kohlendioxid, die Motorleistung und den Spritverbrauch an. Bei mehreren Dienstfahrzeugen wird das klimaschädlichste gewertet. Die Bundeskanzlerin sowie Außen-, Innen-, Finanz- und Verteidigungsminister werden nicht berücksichtigt, da ihre Dienstwagen besonders gesichert sein müssen, was Kraftstoffverbrauch und Schadstoffausstoß beeinflusst.
Von den untersuchten Wagen des Bundeskabinetts erfülle keiner die Empfehlung der EU zum CO2-Ausstoß, kritisierte die Deutsche Umwelthilfe. Dieser liegt bei 130 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer Fahrt. Es gebe nur einen "schwachen Trend nach unten" – wegen der "allgemeinen Emmissionsentwicklung der Modelle dieser Fahrzeugklasse".
In Berlin ist Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) am umweltfreundlichsten unterwegs. Ihr Dienstwagen stößt den Angaben zufolge lediglich 149 Gramm CO2 pro Kilometer aus. Dagegen sind es beim Dienstwagen von Gesundheitsminister Bahr 183 Gramm. Der Dienstwagen von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) schneidet mit 176 Gramm mittelmäßig ab.
Weit höher liegen die Werte bei den Landeschefs. So stößt der Dienstwagen des bayerischen Ministerpräsdidenten Horst Seehofer (CSU) 278 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer aus. Auch der Dienstwagen des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) bekommt für seine 277 Gramm pro Kilometer die "Rote Karte" der Deutschen Umwelthilfe, weil er die EU-Vorgabe um mehr als 50 Prozent überschreitet. Auf den gleichen CO2-Wert kommt der Dienstwagen von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD). Dem hessischen Ministerpräsidenten Bouffier wirft die DUH vor, erst nach langem Drängen und der Einreichung einer Klage die nötigen Daten herausgegeben zu haben.
Die besten Noten unter den Landeschefs bekommen Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz und sein Bremer Kollege Jens Böhrnsen (beide SPD): Ihre Wagen produzieren pro Kilometer 146 beziehungsweise 154 Gramm Kohlendioxid. Der einzige Ministerpräsident der Grünen, der Baden-Württemberger Winfried Kretschmann, liegt mit seinem Dienstauto und 195 Gramm CO2-Ausstoß im Mittelfeld.
Im Vergleich sämtlicher Landes- und Bundesminister steht Hamburgs Innensenator Michael Neumann (SPD) am besten da: Sein Dienst- wagen stößt 123 Gramm CO2 aus und liegt damit knapp unterhalb dem EU-Zielwert. Schlusslicht im Gesamtvergleich ist NRW-Innenminister Ralf Jäger. Der Dienstwagen des SPD-Politikers hat 450 PS und produziert pro Kilometer 324 Gramm Kohlendioxid.
(dapd)
Hier können Sie sich im Newsletter eintragen.
Schlagworte
Durch Energiewende 630.000 neue Arbeitsplätze
(15.03.2012)
Volkswagen möchte DER grüne Autohersteller werden
(05.03.2012)
Eppler: Europa hat Umweltschutz verschlafen
(25.11.2011)
Umwelthilfe prangert erneut Dienstwagen als Spritfresser an
(18.04.2011)
Umweltschädliche Subventionen kosten den Staat jährlich Milliarden
(09.06.2010)