Konjunktur – Deutsche Wirtschaft trotz Schocks robust – DAPD
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Aktuelle Nachrichten – Konjunktur

Deutsche Wirtschaft trotz Schocks robust

DAPD

17.04.2008

Berlin – Die deutsche Wirtschaft wächst trotz Euro-Aufwertung, hohen Öl- und Nahrungsmittelpreisen sowie weltweiter Finanzkrise weiter. Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute sagten am Donnerstag Zuwachsraten von 1,8 Prozent in diesem Jahr und 1,4 Prozent für 2009 vorher. Die Forscher räumten aber ein, die Konjunkturprognose sei mit erheblicher Unsicherheit behaftet. Die Auswirkungen der Finanzkrise ließen sich nur schwer abschätzen. Von Konjunkturprogrammen in Deutschland rieten sie ab.

Im Herbst waren die Institute noch von einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 2,2 Prozent in diesem Jahr ausgegangen. Die Forscher bescheinigen der deutschen Wirtschaft aber auch jetzt noch, in den vergangenen Jahren robuster geworden zu sein. „Die Gefahr einer Rezession ist deshalb heute geringer“, erklärten sie.

Erstmals gaben die Forscher auch eine mittelfristige Prognose ab. Danach dürfte im Zeitraum 2007 bis 2012 das reale Bruttoinlandsprodukt um durchschnittlich 1,5 Prozent im Jahr zunehmen.

Zahl der Arbeitslosen sinkt deutlich

Die deutsche Konjunktur ist nach Ansicht der Wirtschaftsforscher mit viel Schwung in das Jahr 2008 gestartet. Im weiteren Verlauf des Jahres werden sich aber die negativen außenwirtschaftlichen Einflüsse zunehmend bemerkbar machen, wie sie vorhersagten. Während sich die Dynamik der Ausfuhren deutlich verringere, werde die Inlandsnachfrage etwas rascher steigen als im vergangenen Jahr.

„Für eine nach wie vor positive Grundtendenz der Konjunktur spricht die Lage auf dem Arbeitsmarkt“, heißt es in dem Gutachten. Die Zahl der Arbeitslosen werde 2008 voraussichtlich um rund 560.000 auf etwa 3,2 Millionen abnehmen. 2009 werde dann die Zahl der Arbeitslosen erstmals seit dem Jahr 1991 im Jahresdurchschnitt unter die Marke von drei Millionen sinken.

Das positive Bild der wirtschaftlichen Lage wird aber nach Ansicht der Ökonomen durch die hohe Inflationsrate getrübt. Sie rechnen damit, dass die Verbraucherpreise in diesem Jahr um 2,6 Prozent über Vorjahresniveau liegen werden. Im Jahr 2009 soll der Anstieg bei 1,8 Prozent liegen.

Kein Ende der Finanzkrise in Sicht

Die Weltkonjunktur wird nach Ansicht der Institute von der Krise des Immobilien- und Finanzsektors in den USA und den von ihr ausgelösten Finanzmarktturbulenzen überschattet. „Es ist kaum abzusehen, wie weit die Immobilienpreise und die Aktienkurse noch fallen und wann sie ihren Tiefpunkt erreichen werden“, heißt es in dem Gutachten. Auch seien weitere Liquiditätskrisen großer Finanzinstitute denkbar.

Geteilte Meinung über Mindestlöhne

Die Institute raten der Bundesregierung davon ab, ein Konjunkturprogramm ähnlich wie in den USA aufzulegen. Uneins sind sich die Wirtschaftsforscher über die Auswirkungen von Mindestlöhnen: Fünf Institute befürchten negative Auswirkungen auf die Beschäftigung.

Die Gemeinschaftsdiagnose wurde erstmals von acht Instituten erstellt. Beteiligt sind das Kieler IfW-Institut, das Münchner Ifo-Institut, das IWH aus Halle (Saale), das RWI Essen, das IMK aus Düsseldorf und das Züricher KOF sowie die beiden Wiener Institute Wifo und IHS. (AP)

 

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