Kultur – Deutscher Buchpreis 2009 für an Kathrin Schmidt – Susanne Gabriel
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Für ihren Roman „Du stirbst nicht“ Deutscher Buchpreis 2009 für an Kathrin Schmidt

Susanne Gabriel

12.10.2009

(AP Photo/Michael Probst)
(AP Photo/Michael Probst)

Frankfurt/Main – Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 2009 ist Kathrin Schmidt: Die 51-Jährige wurde am Montagabend im Frankfurter Römer für ihren autobiografisch geprägten Roman „Du stirbst nicht“ ausgezeichnet. Darin geht es um die Geschichte einer Frau, die nach einer Hirnblutung aus dem Koma erwacht und ins Leben zurückfindet. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert. Als Favoritin hatte bis zuletzt Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller gegolten.

In der Begründung der Jury hieß es mit Blick auf die Preisträgerin Kathrin Schmidt: „Mal lakonisch, mal spöttisch, mal unheimlich schildert der Roman die Innenwelt der Kranken und lässt daraus mit großer Sprachkraft die Geschichte ihrer Familie, ihrer Ehe und einer nicht vorgesehenen, unerhörten Liebe herauswachsen.“

Schmidt, die vor sieben Jahren nach einem Aneurysma selbst im Koma gelegen und danach ihre Sprachfähigkeit wieder erwerben musste, sagte, allein in die engere Auswahl für den Buchpreis zu kommen, sei für sie das Größte gewesen. Die Arbeit an dem biografisch geprägten Buch sei für sie keine Therapie gewesen, sie habe über das Thema eigentlich nie schreiben wollen. „Dann hat es mich angesprungen, und ich habe es gemacht.“

In dem Buch habe sie den Erinnerungsprozess einer Frau beschreiben wollen, die im Koma gelegen habe. So habe sie dies auch sprachlich umgesetzt: Anfangs einfache Sätze, dann immer längere.

Zu Müller und dem Nobelpreis erklärte die 51-Jährige, die Freude darüber, dass Müller den Nobelpreis gewonnen habe, sei im Moment noch etwas größer als die über ihren Preis. Müller war für ihr Buch „Atemschaukel“ für den Deutschen Buchpreis nominiert, in dem es um das Schicksal in der Stalin-Zeit von Rumänien nach Russland deportierter Deutscher aus Siebenbürgen.

Der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Gottfried Honnefelder, sagte bei der Begrüßung der rund 400 Gäste im Kaisersaal: „Auswahl ist nie wirklich gerecht, aber im Streit um die Qualität ist sie nicht nur unvermeidbar, sondern auch gerechtfertigt, solange sie an nichts anderem als am Maßstab der Qualität orientiert ist.“ Wer vor allem beim Deutschen Buchpreis gewinne, „ist die Literatur selbst“, fügte er hinzu.

Preis für besten deutschsprachigen Roman des Jahres

Mit dem Buchpreis zeichnet der Börsenverein seit fünf Jahren am Vorabend der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse den besten deutschsprachigen Roman des Jahres aus. In die engere Auswahl hatten es insgesamt sechs deutschsprachige Autoren geschafft, deren Bücher in den vergangenen zwölf Monaten erschienen sind.

Die fünf nicht zum Zuge gekommenen Finalisten bekommen jeweils 2.500 Euro. Der Preis orientiert sich an Vorbildern wie dem englischen Man Booker Prize und dem französischen Prix Goncourt.

Nominiert wurden neben Schmidt und Müller: Rainer Merkel mit „Lichtjahre entfernt“ (S. Fischer, März 2009), Norbert Scheuer mit „Überm Rauschen“ (C. H. Beck, Juni 2009), Clemens J. Setz mit „Die Frequenzen“ (Residenz, Februar 2009) und Stephan Thome mit „Grenzgang“ (Suhrkamp, August 2009).

Jury beschäftigte sich mit 154 Romanen

Die sechs Schriftsteller wurden von einer Jury aus der Longlist von zunächst 20 vorgeschlagenen Romanen ausgewählt, die seit der letzten Frankfurter Buchmesse im Herbst 2008 erschienen sind. Insgesamt haben die sieben Jurymitglieder 154 deutschsprachige Titel gesichtet. (AP)

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