Köln – Die Schauspielerin Anna Thalbach wird in diesem Jahr gleich doppelt mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet: als „Beste Interpretin“ und – zusammen mit der Schauspielerin Anna Carlsson – in der Kategorie „Bestes Kinder und Jugendhörbuch“. Der Preis für „Das besondere Hörbuch/Regie“ geht an Karl Bruckmaier für seine zwölfstündige Hörspielversion des Peter-Weiss-Romans „Die Ästhetik des Widerstands“, wie der Verein Deutscher Hörbuchpreis am Freitag in Köln weiter mitteilte.
Die Auszeichnung als „Beste Interpretin“ erhielt die Tochter der Schauspielgröße Katharina Thalbach für ihre Lesung des Romans „Paint it black“ der amerikanischen Bestsellerautorin Janet Fitch. Die Story handelt von Liebe und Trauer im Los Angeles der 1980er Jahre. In der Kategorie „Bestes Kinder- und Jugendhörbuch“ überzeugte die Jury der von Thalbach und Carlsson gemeinsam gelesene Briefroman „Liebe Tracey, liebe Mandy“. Die beiden 1973 geborenen Schauspielerinnen liehen dabei ihre Stimmen zwei 16-jährigen Mädchen, die eine Brieffreundschaft pflegen und sich über die Schule, ihr Familien- und Liebesleben austauschen.
In der Sparte „Das besondere Hörbuch/Regie“ kürte die Jury die opulente Hörspielproduktion „Die Ästhetik des Widerstands“ nach dem gleichnamigen Roman von Peter Weiss. Bruckmaier hatte die umfangreiche literarische Vorlage ursprünglich für das Radio bearbeitet und inszeniert. Der Roman, der anhand einer fiktiven Biografie die Niederlagen der europäischen Linken im 20. Jahrhundert reflektiert, werde in der zwölfstündigen Hörbuchproduktion auf seine Aktualität befragt, wobei auch seine spezifische Ästhetik und die Rolle engagierter Literatur in neuem Licht erscheine, lobte die Jury.
Der Deutsche Hörbuchpreis wird außerdem in den Kategorien „Beste Fiktion“, „Beste Information“, „Bester Interpret“ und „Beste verlegerische Leistung“ vergeben. Die weiteren Preisträger sollen aber erst am 11. Februar gekürt werden.
Preisstifter ist der Verein Deutscher Hörbuchpreis. Ihm gehören der WDR, die WDR mediagroup, das Nachrichtenmagazin „Focus“ und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels an. (AP)