EURO 2008 – Deutschland im EM-Finale – DAPD
The Epoch Times - Deutschland

Aktuelle Nachrichten – EURO 2008

Deutschland! Deutschland! Deutschland im EM-Finale

DAPD

26.06.2008

Bastian Schweinsteiger nach seinem Tor. (AP Photo/Keystone/Georgios Kefalas)
Bastian Schweinsteiger nach seinem Tor. (AP Photo/Keystone/Georgios Kefalas)
"Freundschaft soll gewinnen" mit "herzlicher Vereinigung" der deutschen und türkischen Fahne in Berlin Kreuzberg. (AP Photo/Miguel Villagran)
"Freundschaft soll gewinnen" mit "herzlicher Vereinigung" der deutschen und türkischen Fahne in Berlin Kreuzberg. (AP Photo/Miguel Villagran)

Basel – Nach einem dramatischen 3:2-Erfolg über die Türkei steht Deutschland im Finale der Fußball-Europameisterschaft. Erst in der 90. Minute erzielte Philipp Lahm vor 42.500 Zuschauern in Basel den viel umjubelten Siegtreffer für das DFB-Team. Zuvor waren Bastian Schweinsteiger und Miroslav Klose für die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw erfolgreich, die mit Leidenschaft überzeugte, aber spielerisch eine schwache Leistung bot. Für die über weite Strecken überlegenen Türken schossen Ugur Borol die 1:0-Führung und Semih Sentürk den zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich.

Damit steht die deutsche Mannschaft am kommenden Sonntag in Wien erstmals seit zwölf Jahren wieder in einem EM-Finale. Der Gegner wird am (morgigen) Donnerstag zwischen Russland und Spanien ermittelt. Bundestrainer Joachim Löw versprach nach dem packenden Halbfinale: „Wir haben jetzt die Siegermentalität, um den Titel zu gewinnen.“ Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel jubelte noch im Stadion: „Wir werden ein ganz, ganz tolles Finale spielen.“

Löw vertraute der gleichen Startelf wie beim Viertelfinale und setzte den an der Rippe verletzten Bremer Torsten Frings zunächst auf die Bank. Doch das Team, das beim 3:2-Erfolg über Portugal begeistert hatte, war kaum wiederzuerkennen: Die Abwehr reihte Fehler an Fehler und wurde von den stark ersatzgeschwächten Türken förmlich überrannt. Die Offensive konnte der überforderten Verteidigung nur selten Entlastung verschaffen. Auch von Ballack, dem Löw vor dem Spiel noch eine „hervorragende körperliche Verfassung“ attestiert hatte, war wenig zu sehen.

Bereits nach acht Minuten musste der nicht immer sichere Jens Lehmann in höchster Not gegen den starken Hamit Altintop klären. Fünf Minuten später traf Altintop aus 14 Metern nur die Latte. In der 22. Minute nutzte Ugur Boral dann das deutsche Abwehr-Chaos und drückte nach einem neuerlichen Lattenschuss von Kazim den Ball Lehmann durch die Beine.

Doch die Freude der Türken währte nicht lange: Schon in der 26. Minute konnte Schweinsteiger beim ersten guten deutschen Angriff auf Vorlage von Lukas Podolski den glücklichen Ausgleich erzielen – fast eine Kopie des Führungstreffers vom Viertelfinale gegen Portugal. Aber auch dieses Tor brachte der Löw-Elf nicht die nötige Ruhe. Im Gegenteil vergaben die Türken, bei denen mehrere wichtige Spieler wie Stammtorwart Volkan Demirel oder Stürmer Nihat Kahveci wegen Sperren und Verletzungen fehlten, weitere gute Möglichkeiten.

„Wahnsinns-Kampf auf Biegen und Brechen“

In der zweiten Halbzeit kam Frings für den Leverkusener Simon Rolfes, der kurz vor dem Pausenpfiff eine Platzwunde erlitten hatte. Das Spiel wurde härter und hektischer. Die Türken blieben bestimmend, ohne sich aber weitere große Torchancen zu erspielen.

Praktisch aus dem Nichts heraus fiel elf Minuten vor Schluss der deutsche Führungstreffer: Ersatztorwart Rüstü Recber unterlief eine Flanke von Lahm von links, und der bis dahin blasse Klose konnte einköpfen. Dann überschlugen sich die Ereignisse: In der 86. Minute spielte Semih Sentürk die deutsche Abwehr erneut aus und erzielte den Ausgleich, doch in der 90. Minute hämmerte Lahm nach einem Doppelpass mit Thomas Hitzlsperger den Ball zum Siegtreffer ins türkische Tor.

Löw sprach von einem „Wahnsinns-Kampf auf Biegen und Brechen“ und kritisierte die vielen Fehler im deutschen Spieler: „Wir hatten keine klare Struktur in unserem Spiel.“ Den Türken attestierte er „eine hervorragende, fantastische Leistung“. Auch Kapitän Michael Ballack sprach von einem harten und großen Kampf gegen ein starkes türkisches Team. Der türkische Coach Fatih Terim sagte, er sei traurig und stolz zugleich: „Wir waren so kurz vor dem Finale“. (AP)

 

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