Sport News - Aktuelle Sport Nachrichten – DFB-Pokalfinale stand kurz vor der Absage – DAPD
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DFB-Pokalfinale stand kurz vor der Absage

DAPD

06.04.2008

Frankfurt/Main – Die Ermittlungen des Bundeskartellamts gegen den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) hätten um ein Haar zur Absage des Pokalfinales und mehrerer Länderspiele geführt. Eine mögliche Absetzung der Partien habe auf der Tagesordnung der Sitzungen von DFB-Vorstand und Präsidium gestanden, berichten mehrere Medien am Wochenende. Erst am Donnerstagabend sei Entwarnung gegeben worden.

Im Zuge seines Ermittlungsverfahrens hatte das Bundeskartellamt eine Informationssperre gegen Liga-Chef Reinhard Rauball und DFB-Präsident Theo Zwanziger verhängt. Bei gemeinsamen Veranstaltungen wie Pokalfinale oder Länderspielen hätte ein Bußgeld in sechsstelliger Millionenhöhe gedroht, für das Rauball und Zwanziger mit ihrem privaten Vermögen hätten haften müssen, wie die „Bild“-Zeitung berichtete. Deswegen habe eine Absage der Spiele unmittelbar bevorgestanden. Erst am Donnerstagabend habe das Kartellamt mitgeteilt, dass die geplanten Veranstaltungen doch durchgeführt werden könnten.

Das Bundeskartellamt ermittelt wegen des Verdachts auf Wettbewerbsabsprachen gegen DFB und DFL. Die Behörde hat den Verdacht, dass DFB und DFL versucht haben, den Wettbewerb zwischen dem DFB und den Bundesligavereinen um Sponsorengelder mit Absprachen auszuschalten. Am 26. Februar waren deswegen die Geschäftsräume der beiden Verbände durchsucht worden. Sollte sich der Verdacht erhärten, drohen den Beteiligten Bußgelder, die bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes gehen könnten.

Der DFB hält diese Betrachtung für „fehlerhaft“, da er nicht mit den Vereinen, sondern mit anderen Nationalteams konkurriere, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“. Eine Marketing-Arbeitsgruppe von Liga und DFB soll demnach verhindern, dass sich beide Seiten „im Sponsorenmarkt ins Gehege kommen“.

„Worst case“-Szenario entworfen

Die Zeitung schreibt, wegen der laufenden Ermittlungen und drohender Bußgelder im Millionenbereich gegen verantwortliche Funktionäre habe der Verband ein „worst case“-Szenario entwerfen müssen. Die Spitzen von DFB und DFL hätten sich unter der Woche intensiv mit der Absage des DFB-Pokal-Finales zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund in 14 Tagen sowie der Länderspiele gegen Weißrussland und Serbien am 27. und 31. Mai befasst. Erst am Donnerstagabend sei ein Schriftsatz des Kartellamts eingetroffen, „der uns beruhigte und für die nächsten Wochen normal arbeiten lässt“, zitiert die Zeitung einen DFB-Funktionär.

Allerdings läuft das Verfahren weiter, und damit stehen auch die Länderspiele nach der EM auf der Kippe, wie die „Bild“-Zeitung schreibt. DFB-Sprecher Harald Stenger bestätigte dem Blatt, dass es intensive Gespräche zwischen den Anwälten des Fußballverbands und dem Kartellamt gegeben habe. „Es besteht Hoffnung, dass mehr Verständnis als bisher zu unserer Sichtweise sportspezifischer Fragen besteht“, wird Stenger zitiert. (AP)

 

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