Konjunktur – DGB beklagt „Doping am Arbeitsplatz“ – DAPD
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Selbstausbeutung DGB beklagt „Doping am Arbeitsplatz“

DAPD

14.07.2009

Blau oder Rot? Lieber Job und gesund, als arbeitslos und krank. "Schwierig wird es, wenn man vor lauter Hunger so viel Durst hat, dass man nachts nicht weiß wo man schlafen soll", soll Nestroy gesagt haben.  (S. Hofschlaeger/pixelio.de)
Blau oder Rot? Lieber Job und gesund, als arbeitslos und krank. "Schwierig wird es, wenn man vor lauter Hunger so viel Durst hat, dass man nachts nicht weiß wo man schlafen soll", soll Nestroy gesagt haben. (S. Hofschlaeger/Pixelio)

Dortmund – Aus Angst vor einem Verlust ihres Arbeitsplatzes greifen nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes immer mehr Beschäftigte zu leistungssteigernden Mitteln. Sie versuchten so, dem wachsenden Stress gewachsen zu sein – „mit langfristig fatalen gesundheitlichen Folgen“, sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach den Dortmunder „Ruhr Nachrichten“. Doping am Arbeitsplatz und verschleppte Krankheiten bedeuteten massive finanzielle Folgekosten für die Unternehmen und die Sozialsysteme.

Das Bundesgesundheitsministerium hatte am Montag mitgeteilt, dass sich im ersten Halbjahr 2009 die Arbeitnehmer so selten krankgemeldet haben wie nie zuvor. Der Krankenstand in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sank demnach in den ersten sechs Monaten auf durchschnittlich 3,24 Prozent. Im Gesamtjahr 2008 lag er noch bei 3,37 Prozent.

„Aus der Sorge heraus, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, schleppen sich die Beschäftigten sogar krank zur Arbeit“, sagte Buntenbach. Die Zahlen zeigten, dass die Leistungsschraube für die Arbeitnehmer in der Finanz- und Wirtschaftskrise heftig angezogen werde. Die Antwort auf die Krise dürfe aber nicht weitere Verdichtung von Arbeit und mehr Druck am Arbeitsplatz sein. Eine derartige Strategie habe bereits in den 90er Jahren zu einem rapiden Anstieg langfristiger psychischer Erkrankungen beigetragen.

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt zeigte sich erfreut über den niedrigen Krankenstand. Für die seit Beginn der statistischen Erhebung deutlich rückläufigen krankheitsbedingten Fehlzeiten seien mehrere Faktoren verantwortlich: „Zum einen haben körperlich belastende Tätigkeiten an Bedeutung verloren. Zum anderen betreiben immer mehr Unternehmen eine aktive und systematische betriebliche Gesundheitsförderung“, betonte Hundt. Auch der erfolgreiche Arbeitsschutz wirke sich positiv auf die Gesundheit der Mitarbeiter aus. (AP)

 

 

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