Medizin – Diabetiker doppelt so häufig von Depression betroffen – DAPD
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Psychische Doppelbelastung Diabetiker doppelt so häufig von Depression betroffen

DAPD

28.05.2009

Frankfurt/Main – Diabetiker leiden doppelt so häufig wie Menschen mit gesundem Stoffwechsel an Depressionen. Schätzungsweise jeder vierte Zuckerkranke weise eine leichte, etwa jeder zehnte eine schwere Depression auf, berichtet Fritz Hohagen von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde. „Dennoch wird das Vorliegen einer Depression bei Diabetes-Patienten noch viel zu selten in Betracht gezogen“, kritisiert der Direktor der Lübecker Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie.

Die Ursachen sind laut Hohagen im Einzelnen noch nicht geklärt: „Generell tragen Menschen mit chronischen Krankheiten aufgrund ihrer besonderen Belastung ein erhöhtes Depressionsrisiko.“ Da es sich bei Diabetes und Depressionen um Stoffwechselstörungen handle, könne hier auch eine Wechselbeziehung bestehen. In jedem Fall sei eine stabile Psyche für Diabetes-Patienten ganz entscheidend. „Neben dem Gewinn an Lebensqualität werden auch die Gefahren für Komplikationen sowie Spätschäden gesenkt und die Arbeitsfähigkeit bleibt länger erhalten“, erklärt der Professor.

Körperliches Anzeichen einer Depression können bei Diabetikern schlechte Blutzuckerwerte sein. Denn depressive Zuckerkranke nehmen laut Hohagen oftmals ihre Medikamente nicht zuverlässig ein und messen auch ihren Blutzucker nicht regelmäßig. Dadurch lasse sich der Blutzucker trotz mehrfacher Anpassung der Therapie nicht zufriedenstellend einstellen. Weitere Symptome seien tiefe Niedergeschlagenheit und Gleichgültigkeit gegenüber Dingen, die Betroffene früher mit Freude unternommen hätten. Das Leben erscheine sinnlos, und eine düstere, hoffnungslose Grundstimmung stelle sich ein.

Oft zögen sich die Menschen sozial zurück. Schlafstörungen seien ebenfalls eine häufige Folge, depressive Menschen fühlten sich nach der Nachtruhe nicht erholt und leistungsfähig, sondern müde und abgespannt. „Halten die Anzeichen über zwei Wochen an, sollte ein Psychiater und Psychotherapeut zurate gezogen werden“, empfiehlt Hohagen. Denn je früher die depressiven Symptome behandelt würden, desto besser fühle sich der Patient, und desto besser könne auch der Blutzucker eingestellt werden.

http://www.psychiater-im-netz.de (AP)

 

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