Foto: Angelika Klein
Noch bremsen über Funk verbundene Komponenten nur ein Fahrrad, bald schon sollen sie Züge über die Gleise lotsen. Saarbrücker Informatiker arbeiten daher an mathematischen Methoden, um die Verlässlichkeit solcher Systeme automatisch zu überprüfen. Vom 6. bis zum 10. März präsentieren sie ihre Ergebnisse am saarländischen Forschungsstand (Halle 26, Stand F34) auf der Computermesse CeBIT in Hannover.
„Drahtlose Netzwerke funktionieren nie hundertprozentig, das ist technologisch bedingt", erklärt Professor Holger Hermanns, der an der Saar-Uni den Lehrstuhl für Verlässliche Systeme und Software leitet und zusammen mit seiner Gruppe die drahtlose Fahrradbremse entwickelte. Dennoch werden immer mehr Systeme drahtlos realisiert, die, wie eine einfache Fahrradbremse, auf jeden Fall funktionieren müssen. „Konkrete Pläne existieren zum Beispiel für den künftigen europäischen Zugverkehr", berichtet Hermanns und führt weiter aus, dass Experimente mit Zügen und Flugzeugen viel zu aufwendig seien und bei Fehlfunktion sogar Menschen gefährden könnten.
Daher erforschen die Saar-Informatiker mathematische Methoden, die das Zusammenspiel der Komponenten automatisch überprüfen. „Die drahtlose Fahrradbremse bietet uns die notwendige Spielwiese, um diese Methoden für den Einsatz in weitaus komplexeren Systemen zu optimieren", erläutert Hermanns.
99,9999999999997 Prozent zuverlässige Bremse
Für ihre drahtlose Bremse erweiterten die Informatiker Rechenverfahren, die sonst auch bei der Prüfung von Steuersystemen in chemischen Fabriken zum Einsatz kommen. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die Bremse zu 99,9999999999997 Prozent zuverlässig sei. „Das bedeutet, dass drei aus einer Billiarde Bremsversuchen fehlschlagen", erklärt Hermanns und fügt hinzu: „Das ist nicht perfekt, aber dennoch akzeptabel."
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