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Die ersten 100 Tage waren für Ban keine Flitterwochen

Edith M. Lederer

10.04.2007

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon. (AP Photo/Julie Jacobson)
UN-Generalsekretär Ban Ki-moon. (AP Photo/Julie Jacobson)

New York – Einen ziemlich durchwachsenen Einstand hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hinter sich gebracht. Nach seinem eigenen Eingeständnis waren die ersten 100 Tage im Amt keine Flitterwochen: Er ist viel herumgekommen, hat einige Missgriffe getan, aber auch einige Erfolge verbucht.

„Als Note für die ersten 100 Tage würde ich ihm für seine Bemühungen eine 1 mit Auszeichnung geben, für die Substanz aber ein Ungenügend“, sagte der frühere US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, John Bolton. So ging Ban die offizielle Reaktion der UN auf die Hinrichtung von Saddam Hussein ziemlich daneben. Am zweiten Arbeitstag, dem 2. Januar, versäumte er es gleich zwei Mal, die ablehnende Haltung der Vereinten Nationen zur Todesstrafe wiederzugeben.

Statt dessen verkündete er, dass dies die Entscheidung jedes einzelnen Landes sein sollte. Am Tag danach musste seine Sprecherin versichern, dass Ban durchaus der Ansicht sei, dass die UN-Mitglieder darauf hinwirken sollten, die Todesstrafe abzuschaffen. Und in der Woche drauf erklärte Ban dann: „Ich unterstütze einen solchen Trend.“

Auch drei Monate später ist Ban offensichtlich immer noch dabei, seine Rolle als höchstrangiger Diplomat der Welt für sich zu definieren und gleichzeitig eine gewaltige Bürokratie zu leiten, bei der ihm die Regierungen der 192 Mitgliedsstaaten oft genug mit ihren gegensätzlichen Interessen dazwischenreden. Der ehemalige südkoreanische Außenminister sieht sich am liebsten in der Rolle des „Harmonisierers und Brückenbauers“. Er versprach bei seinem Amtsantritt, auf Frieden in der sudanesischen Region Darfur und im Nahen Osten hinzuwirken sowie die Reputation der Vereinten Nationen zu stärken. Mit dieser steht es nach dem Öl-für-Lebensmittel-Skandal um Lieferungen an den Irak, Korruption bei Aufträgen für UN-Einsätze und Berichten über sexuellen Missbrauch durch Blauhelmsoldaten nicht zum Besten.

Der Direktor des Zentrums für Internationale Organisationen an der Columbia University, Edward Luck, ist der Auffassung, ein UN-Generalsekretär müsse „das Eintreten für die zentralen Werte der Vereinten Nationen mit einem sehr realistischen und pragmatischen Gespür für das verbinden, was gerade erreicht werden kann“. Ban werde dies in Zukunft noch etwas entschlossener zeigen müssen, sagte Luck. Allerdings sei er mitunter deutlicher geworden, als dies in der Öffentlichkeit angekommen sei.

So bedeutete Ban dem sudanesischen Präsidenten Omar al Baschir, dass Völkermord nicht akzeptiert werden könne. US-Präsident George W. Bush sagte er, dass er sich verstärkt um den Klimawandel kümmern wolle. Und der iranischen Regierung erklärte Ban, dass ihre Haltung zum Holocaust nicht hinnehmbar sei. (AP)

 

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