Aktuelle Nachrichten – Wirtschaft
30.01.2012
Foto: Michael Probst/dapd Photo
Frankfurt/Main – Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte aus Sicht von Beobachtern bisher rund 55 Milliarden Euro für griechische Staatsanleihen ausgegeben haben. Diese Zahl ergibt sich aus Schätzungen, denn die EZB selbst sagt nicht genau, wie sehr sie welchem Land geholfen hat. Sie gibt nur die Gesamtsumme der Ausgaben für Staatsanleihen an, die sich inzwischen auf rund 220 Milliarden Euro beläuft.
"Berechnen kann man es nicht genau", sagt Volkswirt Heinrich Bayer von Postbank Research in Bonn. "Es gab eine Phase, in der die EZB ausschließlich griechische, portugiesische und irische Staatsanleihen gekauft hat." Daraus lasse sich ableiten, dass die EZB bisher bis zu 55 Milliarden Euro halte. Damit wäre die EZB Griechenlands größter Gläubiger, weit vor den griechischen und französischen Banken.
Im Spätsommer 2011 hatte die EZB ihr Ankaufprogramm auch auf spanische und italienische Staatsanleihen ausgeweitet. Seitdem haben sich die Ankäufe verdreifacht, was aus Sicht von Experten nötig geworden war, weil es sich um größere Wirtschaftsräume handelt. Italien ist die drittgrößte Wirtschaftsmacht im Euro, Spanien kommt auf Platz vier. Es gilt die Daumenregel: Je größer die Wirtschaft, desto größer auch der Markt für Staatsanleihen.
Mit rund 220 Milliarden Euro ist die EZB im internationalen Vergleich noch recht zurückhaltend. Zahlen der Ratingagentur Fitch zeigen, dass die EZB rund drei Prozent aller ausstehenden Euro-Staatsanleihen hält – die US Zentralbank Fed hält bereits rund 16 Prozent aller Staatsschulden Amerikas, die Bank von England sogar rund 27 Prozent der britischen Staatsverschuldung.
(dapd)
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