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Gedicht des Tages Die Himmelsleiter und der Schöpfung nie begriffne Herrlichkeit

Epoch Times Deutschland

01.03.2012

Die Himmelsleiter, die Schöpfung und die Ewigkeit.    Foto: Mensi  / pixelio.de
Die Himmelsleiter, die Schöpfung und die Ewigkeit.

Foto: Mensi / Pixelio

 

Von Ewigkeit zu Ewigkeit

 

Der Schöpfung nie begriffne Herrlichkeit

Entfacht noch stündlich den Prometheusfunken,

Und doch ist ihre goldne Blüthezeit

Schon längst ins Grab der Ewigkeit gesunken.

Denn jene Welt der Sagenpoesie

Ist nicht nur Traum, ist Wirklichkeit gewesen,

Und wem das Schicksal Seherkraft verlieh,

Kann das noch heute aus den Sternen lesen.

 

Wer zählt die Sprossen, die zertrümmert sind,

Aus jener gotterbauten Himmelsleiter?

Die Sonne glüht und kühlend weht der Wind

Und unaufhaltsam rollt das Rad sich weiter.

Die leuchtend kreisen durch das dunkle All,

Erhaben groß ist noch die Zahl der Welten;

Und kommt allnächtlich eine auch zu Fall,

Was kann dem Meere wohl ein Tropfen gelten?

....

Die eitle Selbstsucht menschlicher Kultur

Vermag nur eben das, was ihr von Nöthen,

Sie weiß die Herrlichkeit der Gottnatur

Zu untergraben wohl, doch nie zu tödten.

Und ist auch ihre goldne Blüthezeit

Schon längst ins Grab der Ewigkeit gesunken,

Der Schöpfung nie begriffne Herrlichkeit

Entfacht noch stündlich den Prometheusfunken.

 

Arno Holz (HG. Wilhelm Arent 1885)

 

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