Aktuelle Nachrichten – Gesundheit
06.01.2009
Frankfurt/Main – Viele Menschen haben während der klirrende Kälte in Deutschland mit kalten Händen, Füßen und Nasenspitzen zu kämpfen. In diesen Tagen ist die Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte besonders gefragt. „Auch wenn es Überwindung kostet: Wechselduschen oder Kneippkuren kurbeln die Abwehrkräfte an“, empfiehlt der Präsident der Bundesapothekerkammer, Ulrich Krötsch. Das kalte Wasser nutze aber nur, „wenn der Körper vorher warm ist. Wer schon friert, erhöht durch Kneipp-Anwendungen sein Erkältungsrisiko“, betont er.
Wer Wechselduschen scheut, sollte zumindest das Duschen kalt beenden oder den Sauna-Besuch mit einem Eisbad abschließen. Regelmäßige Kneipp-Anwendungen können den Körper mittelfristig abhärten, wie Apotheker Krötsch erläutert. Er empfiehlt zudem pflanzliche Arzneimittel wie solche mit Sonnenhut (Echinaceae), Lebensbaum oder Indigowurzel. „Diese pflanzlichen Immunstimulanzien empfehle ich nur vorbeugend oder bei den ersten Anzeichen einer Erkältung. Ist der Infekt in vollem Gange, kommen sie hingegen oft zu spät. Dann sollte man dem Körper Ruhe gönnen.“
Unter den Methoden, die es nicht erfordern, die Zähne zusammen zu beißen und sich zu überwinden, hat sich das Kleiden nach dem sogenannte Zwiebelprinzip bewährt: Über warmer Unterkleidung sollte man mehrere Schichten Kleider tragen. Das ermöglicht ein Anpassen an die Außentemperatur.
Generell sollte die Gefahr von Erfrierungen nicht unterschätzt werden: Erste vorübergehende Schädigungen können bereits bei Temperaturen ab plus sechs Grad auftreten – vor allem bei hoher Luftfeuchtigkeit oder bei starkem Wind, wie Experten des Onlineportals GesundheitPro.de erläutern.
Bei niedrigen Temperaturen verengen sich die Blutgefäße, es wird weniger Blut transportiert, damit weniger Wärme abgegeben wird. Die verminderte Durchblutung führt dazu, dass Menschen bei Kälte blass im Gesicht sind und die Gliedmaßen weiß werden. Bei weiterer Kälteeinwirkung bilden sich in den Zellen Eiskristalle, die roten Blutkörperchen klumpen zusammen, was eine noch schlechtere Durchblutung und im schlimmsten Fall ein Absterben des Gewebes zur Folge hat.
Besonders gefährdet sind Menschen mit Vorerkrankungen wie Gefäßverkalkung (Arteriosklerose), da deren Blutzirkulation ohnehin eingeschränkt ist, wie die Fachleute betonen. Auch im Schnee spielende Kinder nehmen die Kälte häufig nicht wahr und sollten nicht zu lange bei tiefen Temperaturen draußen sein.
Auf alkoholische Getränke zum Aufwärmen sollte man besser verzichten. Zwar erweitern Alkoholika die Gefäße und sorgen für eine bessere Durchblutung. Dabei wird aber auch schneller Wärme an die Umgebung abgegeben. Außerdem sinkt das Schmerzempfinden.
Mediziner unterscheiden bei Erfrierungen drei Schweregrade: 1. Die Haut ist gerötet (Erythem); 2. Die oberste Hautschicht bildet nach Wiedererwärmung Blasen; 3. Die Haut ist weiß, gefroren und völlig gefühllos. Nach dem Auftauen werden sie Stellen lederartig und schwarz, das Gewebe ist abgestorben (Nekrose).
Erfrorene Körperteile dürfen nicht massiert oder mit Schnee abgerieben werden. Stattdessen sollte schnellstmöglich ein warmer Ort aufgesucht werden. Dort sollte nasse Kleidung rasch ausgezogen werden. Die betroffenen Körperstellen sollten mit warmen Händen oder warmem (nicht heißem) Wasser erwärmt werden. Zudem sollten warme alkoholfreie Getränke getrunken werden. Bei stärkeren Erfrierungen muss sofort ein Arzt aufgesucht werden. (AP)
Normaler Hustensaft kann Kleinkindern gefährlich werden
(15.03.2008)
Infekt der Atemwege kann auch das Herz belasten
(15.02.2008)
Glückliche Menschen neigen seltener zu Erkältungen
(17.11.2006)
Erkältete Familien: Oft kursieren mehrere Erreger gleichzeitig
(02.03.2006)
Warmes Bier bei Erkältungen tatsächlich sinnvoll
(19.02.2006)