Aktuelle Nachrichten Welt - News und Hintergründe – Diplomatische Eiszeit mit USA – Matthew Lee
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Venezuela und Bolivien Diplomatische Eiszeit mit USA

Matthew Lee

12.09.2008

Caracas/Washington – Zwischen Washington und den linksgerichteten Regierungen in Venezuela und Bolivien ist eine neue Eiszeit ausgebrochen. Die Regierungen in La Paz und Caracas wiesen den jeweiligen US-Botschafter aus, Washington verwies daraufhin den bolivianischen Vertreter des Landes. Der venezolanische Botschafter in den USA wurde von Präsident Hugo Chávez ebenfalls zurückbeordert, begleitet von scharfer Rhetorik und Drohungen gegen die USA. Chávez gab dem „Yankee-Botschafter“ 72 Stunden, um das Land zu verlassen.

Der Konflikt begann mit der Ausweisung des US-Botschafters Philip Goldberg durch die bolivianische Regierung. Zur Begründung hatte der linke bolivianische Präsident Evo Morales erklärt, Goldberg habe die regierungsfeindliche Protestbewegung in Bolivien ermutigt. Daraufhin erklärte Washington den bolivianischen Botschafter Gustavo Guzman zur „persona non grata“. Aus Solidarität mit Bolivien kündigte Chávez schließlich den Rausschmiss des US-Botschafters Patrick Duddy an. Die Beziehungen würden eisig bleiben, bis es in Washington eine neue Regierung gebe, sagte Chávez am Donnerstagabend (Ortszeit).

Chávez bezichtigt USA der Verschwörung

Die US-Botschaft in Caracas erklärte indes, bislang sei kein offizielles Schreiben eingegangen, und der Botschafter befinde sich derzeit auf Reisen in den USA. Chávez bezichtigte die US-Regierung, umstürzlerische Aktivitäten zu unterstützen. Mit erhobener Faust sagte er: „Die Regierung der Vereinigten Staaten ist für alle Verschwörungen gegen unsere Länder verantwortlich.“ Der venezolanische Botschafter werde erst unter einer neuen Regierung in die USA zurückkehren.

Außenamtssprecher Sean McCormack verurteilte das Handeln Venezuelas und Boliviens am Freitag. „Es spiegelt die Schwäche und die Verzweiflung dieser Staatschefs wider.“ Die bilateralen Beziehungen zu den Ländern würden unter der jüngsten Kontroverse leiden, warnte McCormack. Bolivien warf dem US-Botschafter ein Treffen mit dem Gouverneur der östlichen Provinz Santa Cruz vor. Ruben Costas ist einer der heftigsten Kritiker Morales' und fordert für seine wohlhabende Flachlandprovinz Autonomie von der Zentralregierung. Bolivien wies auch Mitarbeiter des US-Drogenbekämpfungsprogramms aus.

USA werfen Chávez-Getreuen Verwicklung in Drogenhandel vor

Das US-Finanzministerium verhängte unterdessen Sanktionen gegen drei ranghohe Mitarbeiter des venezolanischen Präsidenten Chávez. Sie sollen der kolumbianischen Rebellengruppe FARC Waffen beschafft und ihr Unterstützung beim Drogenhandel gewährt haben, wie das Ministerium am Freitag in Washington erklärte. Das Verfahren gegen die drei sei vor Wochen eröffnet worden und sei unabhängig von der Kontroverse um die Ausweisung der Botschafter.

Zwei der Beschuldigten waren ranghohe Geheimdienstmitarbeiter und frühere Sicherheitschefs Chávez', der dritte war der bisherige Justizminister Ramon Emilio Rodriguez Chacin, der erst am vergangenen Montag aus persönlichen Gründen seinen Rücktritt erklärt hatte. Chacin gilt als einer der engsten Getreuen des Präsidenten. (AP)

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