Aktuelle Nachrichten – Konjunktur
14.03.2011
Osnabrück – Wegen des Atomunglücks in Japan wird sich die Bundesregierung nach Ansicht der Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Claudia Kemfert, erneut mit der Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke befassen müssen. "Der Druck auf die Regierung wird zunehmen, alte AKW so rasch wie möglich vom Netz zu nehmen", sagte sie der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montagausgabe).
Dabei werde es vor allem um die Sicherheitsfrage gehen. Man werde nochmals genau über den Fahrplan zum Ausbau der erneuerbaren Energien sprechen müssen, "wie man etwa den Anteil der Kohlekraftwerke reduzieren und den Neubau der Kohlekraftwerke verhindern wird".
Kemfert zufolge ändern weder die Katastrophe in Japan noch der GAU in Tschernobyl vor 25 Jahren etwas daran, dass etwa Frankreich, Osteuropa sowie Finnland, England und Italien auf Kernkraft setzen. Obwohl auch die USA, Russland und China AKW-Befürworter seien, hat Kernkraft laut Kemfert keine Zukunft: "Um das Energieproblem wirklich lösen zu können, müsste man 1500 neue Kernkraftwerke bauen. Das ist wirtschaftlich unmöglich." Der Anteil der Kernkraft an der globalen Stromerzeugung von 16 Prozent werde sich demnach nicht erhöhen, sondern sinken. (dapd)
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