Fußball – Dortmund im schwarz-gelben Fußball-Rausch – Helena Baers
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Borussia feiert doppelt Dortmund im schwarz-gelben Fußball-Rausch

Helena Baers

13.05.2012

Sportdirektor Michael Zorc (v.l.), Trainer Jürgen Klopp und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke mit dem DFB-Pokal und der Meisterschale.   Foto: Timur Emek/dapd
Sportdirektor Michael Zorc (v.l.), Trainer Jürgen Klopp und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke mit dem DFB-Pokal und der Meisterschale.

Foto: Timur Emek/dapd

Dortmund – "Wir sind die Eins im Pott" grölen sie, und "Es gibt nur einen BVB". Ein Meer aus schwarz-gelben Fußballfans bevölkert am Sonntag die Dortmunder Innenstadt. Unzählige Menschen feiern ausgelassen aber friedlich ihre Mannschaft, die zum ersten Mal in der 103-jährigen Vereinsgeschichte in einer Saison Meisterschaft und DFB-Pokal gewonnen hat. Sie tanzen bei strahlendem Sonnenschein auf den Straßen, singen Fußballhymnen rauf und runter und reißen ihre Arme hoch, um Meisterschale sowie Pokal aus Pappe zu zeigen und um die Mannschaft zu empfangen, die in einem Korso quer durch die Stadt fährt.

Einer der Fußballfans in schwarz-gelb ist Rolf Klohs, der sich gemeinsam mit seiner Familie bereits am Nachmittag seinen Platz an der Strecke sicherte. 24 Stunden vorher war er noch in Berlin, wo er im Berliner Olympiastadion das Pokalfinale mit dem historischen 5:2-Sieg der Borussia gegen Bayern München feierte. Dass der Verein nun zum ersten Mal auch noch gleichzeitig den DFB-Pokal gewonnen hat, sei etwas ganz Besonderes, sagt der 56-Jährige aus Höxter.

"Die Mannschaft hat Herz", betont er. Gerade den Menschen im Ruhrgebiet, das mit einer hohen Arbeitslosenquote zu kämpfen hat, zeige der BVB: "Wenn du was tust, kannst du was erreichen". Den Menschen werde vorgelebt, dass auch aus Niederlagen Kraft gewonnen werde. "Deswegen waren die so erfolgreich", sagt er.

"Welle der Sympathie" trägt Verein

Auch der BVB führt den Erfolg auf die Fans zurück. Vereinspräsident Reinhard Rauball sagt beim begeisterten Empfang der Mannschaft am Dortmunder Flughafen: "Ich glaube, dass es in Europa keinen Verein gibt, der so treue Fans hat wie die Borussia". Das Team sei von einer Welle der Sympathie getragen worden. Diese Welle geht am Sonntag weiter. Wie ihre Anhänger tanzen und singen die Spieler in seliger Bierlaune.

Marianne und Manuela Kargels können sich einen der begehrten Plätze am Borsigplatz sichern. "Wir sind auf dem Borsigplatz, weil hier der Ursprung von Borussia Dortmund ist", berichtet die 59-jährige Marianne. Bereits am späten Nachmittag wird der Platz wegen Überfüllung gesperrt, mehr als 10.000 Fans fasst er nicht.

Ein Herz für Bayern-Fans

Marianne und ihre Tochter Manuela haben in den vergangenen Jahren keine Meisterfeier verpasst. Sie trägt einen Schal mit dem Gesicht von BVB-Trainer Jürgen Klopp, "ein Geschenk zum Muttertag", verrät sie. Damit fällt sie in der Menge kaum auf. Am Sonntag fällt in Dortmund nur auf, wer nicht schwarz-gelb gekleidet ist, denn die sind eindeutig in der Minderheit.

Den Muttertag hat auch Rolf Klohs nicht vergessen. Für seine Frau, die Anhängerin des FC Bayern ist und sogar einem Fanklub vorsteht, haben er und sein Sohn sich etwas ganz Besonderes ausgedacht. "Ein schwarz-gelbes Herz mit der Aufschrift 'Alte Liebe'", grinst er und zeigt auf das "Geschenk". Seinen Sohn habe er im Alter von drei Jahren zum ersten Mal mit auf die Südtribüne im Dortmunder Stadion genommen. Er habe sich später auf die Seite des Vaters geschlagen, und kann jetzt in Dortmund mit seinem Vater feiern, statt mit seiner Mutter zu trauern. (dapd)

 

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