Aktuelle Nachrichten – International
16.10.2008
Paris – Die Zahl der Atomreaktoren weltweit könnte sich bis zum Jahr 2050 gegenüber dem heutigen Stand nahezu vervierfachen. Das prognostizierte der Chef der zur OECD gehörenden Atomenergie-Agentur (NEA) am Donnerstag in Paris. Dies wäre eine Steigerung von derzeit 439 Reaktoren auf 1.400. Als Grund für den von ihm vorhergesagten stärkeren Einsatz der Kernenergie nannte Luis Echavarri den wachsenden Strombedarf und die Notwendigkeit der Verringerung der Treibhausgase.
Der Energiebedarf werde sich beträchtlich erhöhen, erklärte Echavarri bei einer Veranstaltung zum 50-jährigen Bestehen der NEA. Er berief sich auf Schätzungen, wonach sich der gesamte Energiebedarf bis 2050 verdoppeln und die Nachfrage nach Strom sogar um 150 Prozent zunehmen werde.
Der Anteil der Atomenergie an der Stromproduktion weltweit könnte sich laut der NEA-Prognose bis 2050 von derzeit 16 Prozent auf 22 Prozent erhöhen. Dazu wären dann 1.400 Atomreaktoren notwendig. In einem niedriger angesetzten Szenario rechnet die NEA bis 2050 mit weltweit 600 Atomreaktoren. In diesem zweiten Szenario sind laut Echavarri die Bedenken der Öffentlichkeit hinsichtlich der Sicherheit der Atomenergie und die Unsicherheiten über Methoden zur Lagerung von Atomabfällen berücksichtigt.
Die Nachfrage nach Kernenergie werde in den nächsten Jahrzehnten auch aufgrund steigender Preise für fossile Energien und der Sorge um die Energievorräte begünstigt, sagte Echavarri. (AP)
Hier können Sie sich im Newsletter eintragen.
Argumente für Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken widerlegt
(30.03.2006)
SERIE: 15 Irrtümer über Atomkraft - Teil 7
(23.03.2006)
(12.03.2006)